The Airborne Toxic Event - Such Hot Blood - Cover
Große Ansicht

The Airborne Toxic Event Such Hot Blood


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Such Hot Blood“ fehlt der Pep der ersten beiden „The Airborne Toxic Event“-Alben. Was bleibt, ist eine erdrückende Melancholie, die auf Dauer an der Qualität kratzt.

Es gab Zeiten, da war von The Airborne Toxic Event fast alles zu erwarten: Atemberaubend gute Songs wie „Wishing Well“, Alben, die perfekt waren, um zu ihnen nach einer durchfeierten Nacht in den Sonnenaufgang hineinzuspazieren, der nahezu ideale Soundtrack für entscheidende Momente in zukünftigen „How I Met Your Mother“-Folgen und ja, auch Indie-Disco-Hymnen vom Kaliber etablierter Sympathieträger waren dabei - was für ein Kessel Buntes! Daher der Schock gleich vorneweg: Diese Zeiten gehören mit „Such Hot Blood“ scheinbar der Vergangenheit an. Wie so oft war es die Mischung, die The Airborne Toxic Event zu etwas Besonderem machte, die Fähigkeit, ihre Hörer bis an den Abgrund mitzunehmen und sie im nächsten Moment zum Tanz aufzufordern. Diese Upper gibt es jetzt nicht mehr, stattdessen wird das dritte Studioalbum der fünf US-Amerikaner dominiert von Downern, von einer erdrückenden Melancholie, die auf Dauer an der Qualität kratzt.

Trennungsschmerz („The Secret“), Trauer („Timeless“), verpasste Liebe („What’s In A Name“), Einsamkeit („The Storm“) und immer so weiter - in diesem Themenspektrum bewegt sich „Such Hot Blood“. Mikel Jollett, der Sänger und Autor der zwölf Songs, ist immer noch ein toller Geschichtenerzähler, dem zu folgen eine große Freude sein kann, auch wenn seine Texte nur auf eine bestimmte Art von Gefühlen abzielen. Vielleicht hätte The Airborne Toxic Event auch eine Beschränkung auf zwei Songs über Liebe gutgetan, wie sie Thees Uhlmann neulich von seinem Produzenten auferlegt wurde. Aber das wäre auch nicht der richtige Weg, immerhin erfordern ernste Texte nicht zwangsläufig todtraurige Melodien - „Does This Mean You're Moving On?“ vom selbstbetitelten Debüt „The Airborne Toxic Event (2009) war schließlich auch kein Song über blühende Rapsfelder an einem heißen Sommertag.

„Such Hot Blood“ fehlt schlichtweg der Pep der ersten beiden The Airborne Toxic Event-Alben. In ihren selbst auferlegten stilistischen Käfig gehören die Kalifornier nicht rein. Keine Frage, auch zwischen all dem Trübsal befinden sich tolle Melodien, kleine Meisterleistungen, die größten unter ihnen sind der traditionell starke Opener („The Secret“) und das herzzerreißende „Safe“ mit all seinen Streichern und dem ganzen Drumherum, inklusive Gesangspart der bandeigenen Bratschistin Anna Bulbrook. Mit „Bride & Groom“ und „True Love“ heben The Airborne Toxic Event kurz darauf sogar das Tempo auf eine für vergessen gehaltene Geschwindigkeit an, bevor „Such Hot Blood“ im Folgenden immer ruhiger und ruhiger wird. Wer am Ende von „The Way Home“ noch dabei ist, kann sich als Fan bezeichnen. Ehrlich.

Anspieltipps:

  • The Secret
  • Safe
  • Bride & Groom

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5/10

When Legends Rise
  • 2018    
8/10

Live At The Fillmore East (50th Anniversary Edition)
  • 2018    
6/10

Temple Of Lies
  • 2018    
Diskutiere über „The Airborne Toxic Event“
comments powered by Disqus