Zaz - Recto Verso - Cover
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Zaz Recto Verso


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem Sensationserfolg des Debüts nun das zweite Studioalbum.

Wenn ein Album wie das im Mai 2010 veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt der französischen Sängerin Isabelle Geffroy alias Zaz (33) so lange und so erfolgreich ausgeschlachtet wird (wir reden immerhin von zwei Jahren!), dann ist das durchaus eine besondere Erfolgsgeschichte. Denn eine derartige Langlebigkeit eines Albums, mit monatelanger Verweildauer in den internationalen Charts, hohen, sechsstelligen Verkaufszahlen und ausverkauften Tourneen, ist in der heutigen Musikszene nur noch einem kleinen Kreis von Musikern vergönnt. Dies ist sogar noch bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Zaz mit ihrer von Jazz und Chanson beeinflussten Popmusik nicht auf Anhieb dem Mainstream zugeordnet werden kann.

Wenn jetzt, drei Jahre nach dem Debütalbum mit „Recto Verso“ das zweite Studiowerk von Zaz erscheint, muss die Französin nicht wieder bei null anfangen. Aufgrund ihrer starken Präsenz in den vergangenen Jahren, kann sie mit ihrem zweiten Longplayer direkt an den Hype des Erstlings anknüpfen, ohne sich dem Publikum mühsam neu ins Gedächtnis rufen zu müssen. Vorausgesetzt, Zaz bleibt auf „Recto Veso“ ihrem Stil treu. Und tatsächlich präsentiert sich die 33-Jährige musikalisch ebenso vielfältig und bunt wie sie auf dem Cover des Albums zu sehen ist, einhergehend mit einer dezenten Weiterentwicklung in erwachsenere Pop-Gefilde.

„Recto Verso“ läuft sämtliche Häfen der französischen Popmusik an, verlegt sich also nicht nur auf eine weitere Interpretation des „Nouvelle Chanson“, sondern bereitet der markanten Stimme der ehemaligen Straßensängerin noch einen Tick mehr Spielraum zur Entfaltung. So werden als erste Single mit „On Ira“ sowie mit „Gamine“ fröhliche Uptempo-Stücke als Brücke zum Singlehit des Debütalbums („Je veux“) angeboten, während Titel wie „J´ai tant escamoté“, „La Lune“, „Toujours“ und „Oublie Loulou“ auf klassischen Chanson-Pfaden wandeln. Dazu kommt mit „Comme si, comme si“ ein verspielter Gypsy-Swing, „La Lessive“ schmiegt sich als akustische Gitarrenballade an, das stimmungstechnisch dunkler gehaltene „Déterre“ bedient sich eines eindringlichen Betts aus Orgel- und Pianoklängen und das euphorische „Si je perds“ wurde mit Streichern aus der Konserve aufgepeppt.

Damit gelingt Zaz ein Album, das nicht viel verkehrt macht, weil es als leichte Sommer-Unterhaltung gut konsumierbar ist. Es positioniert Zaz weiterhin geschickt zwischen Avantgarde und Mainstream, freilich ohne dass diese neue Erkenntnisse diesbezüglich abliefert. Wem das genügt, wird mit „Recto Verso“ einige Zeit seinen Spaß haben können.

Anspieltipps:

  • On Ira
  • Déterre
  • Si je perds
  • Oublie Loulou

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