The Basics - Ingredients - Cover
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The Basics Ingredients


  • Label: M.G.M./H'ART
  • Laufzeit: 69 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Ahnung wer The Basics sind, aber dem Rock der 80er huldigen? Das sollte schlichtweg nicht möglich sein!

Wenn nichts mehr geht, dann geht immer noch ein Best-Of-Album. Der Wert dieses Ausdrucks hat heute an Konjunktur verloren. Mal nennen sich diese Sammlungen „Collector's Edition“ oder werden durch Wörter wie Ultimate und Definitive aufgehübscht, und am Ende weiß man kaum noch, welchen Stellenwert man besagten Zusammenfassungen anrechnen soll. Nach zehn Jahren The Basics lässt sich aus vier Alben ein ganz netter Mix basteln. Natürlich muss der Inhalt dieser vier Alben qualitativ stimmen, damit saftige 70 Minuten hochklassiger Musik gefüllt werden können.

Normalerweise hinterlässt ein Best-Of-Album zusätzlich den Nachgeschmack von Überflüssigkeit. Natürlich geht es darum, neue Fans zu gewinnen. Das ist ein nachvollziehbares Ziel, doch oft ist man sich nicht wirklich sicher, ob ein Best-Of wirklich die Stärken einer Band zum Vorschein bringt oder doch eher eine müde Single-Aneinanderreihung ist. „Ingredients“ hat den Vorteil, dass The Basics in erster Linie über Sänger und Drummer Wally De Backer (Gotye) bekannt sind. So fällt der fade Beigeschmack einer Sammlung von Liedern, die sowieso schon jeder kennt, weg und aufgeschlossene Rock-Fans, die noch keine Fans sind, werden tatsächlich überrascht.

Noch dazu ist die Überraschung durchweg positiv. Der Erfindungsgeist von Interpreten wie Peter Gabriel zieht sich durch dieses Pop/Rock-Erlebnis und lässt Brass-Bläsern, Morrichone-Einflüssen, Reggae, Rock'N'Roll und vielen anderen Elementen freien Lauf. Manch einer denkt bei Pop-Nummern von solcher Verspieltheit an E.L.O. und darf sich schon vom Auftakt mit „Wait For You“ und „Just Hold On“ bestätigt fühlen.

Problemlos finden The Basics aus dem Pop heraus und erinnern an die Rockgrößen der 70er in so mitreißenden Stücken wie „The No. 1 Cause Of Death Amongst Youth Today“ und „Call It Rhythm & Blues“. Egal ob Soul („I Could Go On“), Classic Rock („With This Ship“) oder Folk angegangen werden, ist immer spürbar, mit welcher Leichtigkeit die Band diese Stile nutzt. Streckenweise möchte man ihnen vorwerfen, dass sie keinen eigenen Stempel auf die Musik drücken, doch vielleicht liegt ihre Qualität gerade darin, einem Chamäleon gleich so viele Facetten abdecken zu können, ohne Kompromisse einzugehen.

Die Geradlinigkeit und Einfachheit der meisten Lieder wirkt gewollt, da auf knappe Laufzeiten und Eingängigkeit geachtet wird. Im Stile der Hochzeiten der Beach Boys wird auf knackig komprimierte Arrangements gesetzt, anstatt quantitativ aufzupumpen. Die zwei, drei schwächeren Stücke („Better“ als Live-Aufnahme klingt etwas schwach auf der Brust und „Hey C'Mon!“ will nicht unbedingt im Ohr bleiben) des Albums sind nicht mehr als Schönheitsflecken. Für Romantiker ist sowieso alles vorbei, wenn man althergebrachte Hymnen in Form von „Fear Of Failure“ und „Keep The Door Open“ als Sahnestück dazubekommt. Die Kirsche obendrauf gibt es dann mit „Get Me Down“, welches selbst klassische Musik aus der Mottenkiste holt, um den Hörer aufzumuntern. Viel mehr kann man sich von Musik nicht wünschen.

Anspieltipps:

  • Just Hold On
  • Fear Of Failure
  • Get Me Down
  • The No. 1 Cause Of Death Amongst Youth Today

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