Bombino - Nomad - Cover
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Bombino Nomad


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dan Auerbach von The Black Keys bringt dem Nigrer den Blues bei.

Im Februar dieses Jahres erhielt Dan Auerbach (33), Sänger, Gitarrist und Komponist der Band The Black Keys, einen Grammy als „Produzent des Jahres“ für die Betreuung des Dr.-John-Albums „Locked Down“ (03/2012). Darüber hinaus war Dan Auerbach weiter fleißig und hat zum Beispiel die neuen Alben von The Growlers, Valerie June sowie Omara Moctar (33) alias Bombino produziert.

Bombino wurde im westafrikanischen Niger geboren und gehört einem Stamm des nomadischen Tuareg-Volkes an. Seine Jugend verbrachte Bombino in Algerien und Libyen, kehrte später aber nach Niger zurück. Mit Musik kam der Nigrer von Kindesbeinen an in Berührung und widmete sich dabei intensiv dem Gitarrenspiel. Im Jahr 2011 erschien nach zwei Bandalben das erste Soloalbum des 33-Jährigen, das ihn über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte und in den Fokus des Nonesuch Labels (u.a. Joshua Redman, Iron And Wine, Billy Bragg, Wilco, Randy Newman) rückte.

Dan Auerbach, der mit seiner Band The Black Keys ebenfalls auf dem Nonesuch Label beheimatet ist, bot sich als Fan von Bombinos 2011er „Agadez“-Album als Produzent an. Gemeinsam begannen die Arbeiten an „Nomad“ im Juni 2012 in Nashville, in denen Dan Auerbach dem Sound Bombinos einen sehr eindeutigen Stempel aufdrückte. Denn als wäre es das Normalste auf der Welt, bekommt der afroamerikanische Klangteppich einen Anstrich aus staubtrockenen Blues-Licks verpasst, die Bombino, ergänzt von diversen Studiomusikern, aus seiner Gitarre lockt.

Kaum ein Bürger der westlichen Welt dürfte verstehen, was Bombino mit seinen Stücken, die er in seiner Geburtssprache zum Besten gibt, aussagen möchte. Deshalb sollte der Klang seiner Worte am besten wie ein stilistisches Zusatzelement aufgenommen werden, aus dem sich eine exotisch wirkende Blues-Variation ergibt, die zwar nicht die Energie und den barschen Charme der Black Keys besitzt, aber dennoch gefällig ins Ohr geht. Allerdings sollte der Exoten-Bonus nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Nomad“ über die Dauer des gesamten Albums eine gewisse Vielschichtigkeit fehlt und dadurch selbst schlappe 40 Minuten am Ende wie eine kleine Ewigkeiten wirken können.

Anspieltipps:

  • Aman
  • Timiditine
  • Amidinine
  • Niamey jam

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