Gleis 8 - Bleibt Das Immer So - Cover
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Gleis 8 Bleibt Das Immer So


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

AnNa R. von Rosenstolz meldet sich mit neuer Band zurück und klingt dabei stellenweise ziemlich gut.

Wer möchte nicht auf dem Höhepunkt des Erfolges aufhören? Das Duo Rosenstolz, eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Pop-Bands, trennte sich 2012 nach 21 Jahren Zusammenarbeit, wobei sie zuletzt problemlos riesige Konzerthallen füllten. Nach der Soloplatte von Peter Plate gibt es nun auch etwas Neues von Sängerin AnNa R. auf die Ohren. Sie gründete mit drei anderen Musikern (Lorenz Allacher, Timo Dorsch und Manne Uhlig) eine neue Band namens Gleis 8, die nun ihre Songs in Berlin und Hamburg aufnahmen, wo die Mitglieder leben. Schon beim ersten Hördurchgang wird man sich nicht nur wieder AnNas stimmlicher Qualität bewusst, sondern kann auch die zeitweise gepflegt rockige Ausrichtung begrüßen, welche die überhandnehmenden Balladen der Rosenstolz-Ära vergessen lassen.

Schon der Opener verdeutlicht, dass AnNa sich nicht völlig von den melancholischen und emotionalen Texten entfernen will, sondern ihre Version davon präsentieren möchte. Die Single „Wer ich bin“ gehört zu den Songs, die noch am ehesten an die Rosenstolz-Vergangenheit erinnern, der wiederholt angesetzte Refrain sorgt für einen echten Ohrwurm. Musikalisches Neuland betreten dagegen Werke wie „Hier“ oder „Alles ohne Dich“, die zwar die Gitarren und Drums unüberhörbar einflechten, doch auch Geigen geben sich hier und andernorts die Ehre.

Die Piano-Ballade „Ich liebe Dich nicht“ zeigt dann wieder die Sängerin mit den gewohnt sehr sanften Klängen, wenngleich schon kurz später „Teufel“ grundsätzlich an die Rosenstolz-Ära erinnert, aber auch den Versuch erkennen lässt, dass AnNa mit ihren Musikerkollegen etwas Eigenes und Neues auf die Beine stellen wollte: Dieses energische, fast schön böse Etwas erinnert ein wenig an die seltenen rockigen Live-Momente der frühen Rosenstolz-Auftritte, denn AnNa agiert bei diesem treibenden Sound inklusive derbem Text als starke Rockröhre, die den Track dominiert.

Um bei allem Lob auch etwas Kritisches zu äußern, wäre der Eindruck zu nennen, dass einige Songs etwas überproduziert klingen: Zu viele Instrumente verwirren bei diesen die Songstruktur und der Gesamteindruck wird durch das Vorhandensein zu weniger wirklich herausragender Tracks geschmälert. Trotz alledem lohnt es, sich den Neuanfang der Berlinerin und ihrer Mitstreiter vorurteilsfrei anzuhören und wird mit einigen überdurchschnittlichen Songs belohnt, die einfach gute deutsche Popmusik mit sanften Rockmusikelementen beinhalten.

Anspieltipps:

  • Ändern
  • Hier
  • Teufel
  • Alles ohne Dich

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