City And Colour - The Hurry And The Harm - Cover
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City And Colour The Hurry And The Harm


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie nicht anders zu erwarten, präsentiert Dallas Green abermals tiefgründige Texte, verpackt in wunderschön melancholische Melodien.

Mit dem vierten Soloalbum hat Dallas Green zwei Meilensteine in seinem Leben bewegt: er hat sowohl die Altersgrenze 30, als auch seine Ursprungsband Alexisonfire hinter sich gelassen. Während die Emocore-Gruppe der musikalischen Öffentlichkeit den Rücken kehrt, zeigt Green mit City & Colour erneut die zweite Seite seiner eigenen, ganz besonderen Medaille und trumpft solo mit weniger Krach, aber genauso viel Emotionalität auf.

Die wilden Tage scheinen für den Kanadier nun ein für alle Mal der Vergangenheit anzugehören. Dass er sich seit 2011 ausschließlich auf seine Singer- und Songwriter Qualitäten konzentrieren konnte, dürfte alle Fans des Soloprojektes hoch erfreuen, denn ungeteilte Aufmerksamkeit zahlt sich wahrhaftig aus: The Hurry and the Harm sind noch einen Tick melancholischer und damit noch ein klitzekleines bisschen schöner als seine Vorgänger. Erneut von Alex Newport (Death Cab for Cutie, The Mars Volta) produziert und in Tennesse aufgenommen, zeigen sich schon im Gerüst der Alben Parallelen.

Abgesehen von ein paar Ausnahmen („Harder than stone“, „The lonely life“, „Thirst“), die etwas rockiger daherkommen, knüpft Dallas auch sonst mit den ruhigen, tiefgründigen und überwiegend akustischen Songs an seine bisherigen Solomerkmale an, trifft nun aber mehr als je zu vor den Nerv der Zeit - und den Nerv unseres Sommers. Während sich alle Welt in immer hektischeren Alltagssituationen befindet, nimmt der Kanadier mit seiner Musik alle Eile raus, verweigert sich ihrer sogar. Passend zum ständigen Regen spiegelt die durchgehende Melancholie die Gefühlswelt des Albums wider und Dallas fragt zugleich: „Why is everyone still singing about California? Haven’t we heard enough about the Golden State? I need to see the leaves change and the snow falling.“

Neben der reinen Stimme, der Akustikgitarre und einer gelegentlich eingesetzten Orgel sind es wieder Zeilen wie diese, die dem Kanadier, zumindest in seiner Heimat Preise bescheren dürften. Ob in „Two Coins“, „Take Care“ oder „Paradise“, Green beweist mit seinen Lyrics eine gehörige Portion Gefühl und das ganz ohne Kitschfaktor. Dass er ein Mann der Worte ist, der nicht einmal das Thema Tod verschweigt, zeigte sich schon auf „Little Hell“ und nun erneut durch „Death’s Song“. Hoffen wir trotz dieser Thematik, dass er City & Colour noch eine ganze Weile am Leben hält, wir würden es ihm danken!

Anspieltipps:

  • The Hurry and the Harm
  • The lonely life
  • Paradise
  • Two Coins

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