Still Corners - Strange Pleasures - Cover
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Still Corners Strange Pleasures


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz okayer Dream-Pop, der zum Hype-Revival etwas zu spät kommt.

Das in London, England, beheimatete Duo Still Corners um den US-amerikanischen Produzenten, Multiinstrumentalisten, Texter und Komponisten Greg Hughes sowie die englische Sängerin Tessa Murray, geht mit dem Album „Strange Pleasures“ in die zweite Kampfrunde um die eigentlich schon längst vergebenen Top-Plätze im seit ca. 2008 frisch gerehypten Dream-Pop-Segment.

Der klassische Dream-Pop hat seine Ursprünge im Großbritannien der 80er Jahre, mit Bands wie Cocteau Twins oder der Gothic-Ausgabe des Dream-Pop, The Cure, und erlebte fortan immer wieder mal in Verbindung mit bestimmten Bands wie Mercury Rev, Sigur Rós oder auch Goldfrapp kleine Hochs. Still Corners versuchen seit ihrem Debüt „Creatures Of An Hour“ (10/2011) in der neuen Generation des Dream-Pop, irgendwo zwischen Beach House, The Pains Of Being Pure At Heart, Wild Beasts, Silversun Pickups und natürlich The XX, ein Plätzchen in der Publikumsgunst zu finden, mussten sich den genannten Kollegen aber bis dato kommerziell geschlagen geben.

Mit „Strange Pleasures“ steht nun also der zweite Anlauf an und dieser bemüht sich gar nicht erst, seine diversen Einflüsse aus den 80er Jahren zu verbergen. So kommt bereits der sechsminütige Opener „The trip” mit kuschelig-weichen Beat-Teppichen und einem The-Cure-Gedächtnis-Gitarrensound daher, der die Verhältnisse sofort geraderückt. Still Corners sind scheinbar jederzeit in der Lage, wunderbare Melodien zu schreiben, doch werden diese gerne in verhuschte, skizzenhafte und latent unfertig klingende Songs eingebettet.

Das funktioniert im vorliegenden Fall vielleicht für die Dauer eines halben Albums, aber nicht als durchgehender Effekt, der die Spannung dauerhaft hochhält. Denn spätestens ab „Berlin lovers“ sind der mit viel Hall unterlegte Gesang, die immer wiederkehrenden Asia-Einflüsse in Songs wie „Beginning to blue“ oder auch „Future age“ sowie der an Goldfrapp gemahnende Pop („Midnight drive“) nicht mehr in der Lage, solche Akzente zu setzen, die „Strange Pleasures“ auch nur annähernd in den Verdacht eines Hype-Albums versetzen können. Und das grenzt doch heutzutage schon an Langeweile, oder etwa nicht?

Anspieltipps:

  • Beatcity
  • The trip
  • Future age
  • Midnight drive

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