No Joy - Wait To Pleasure - Cover
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No Joy Wait To Pleasure


  • Label: Mexican Summer/ALIVE
  • Laufzeit: 36 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel Shoegazer-Lärm um fast nichts.

Ziemlich geheimnisvoll geben sich No Joy aus Kanada, ein Frauenduo, das sich dem Shoegazer-Genre zuordnen lässt. Dabei zählen sie zu der bedrohlich lärmenden Spezies und sind dementsprechend entfernt von Bands wie Dum Dum Girls, Puro Instincto, Best Coast und Vivian Girls. Mit Informationen und Fotos geizen No Joy, so dass nur wenig über sie berichtet werden kann. Wollen sie die Aufmerksamkeit gezielt auf ihren Output richten? Dieser war bisher spärlicher Natur, lediglich eine 7“ Inch-Scheibe und das Debütalbum „Ghost Blonde“ stehen zu Buche und nun veröffentlichen sie „Wait To Pleasure“.

Mit „E“ errichten sie eine erste gewaltige Lärmmauer, die in ihrem brachialen Ansatz an A Place To Bury Strangers erinnert, ohne deren Intensität oder Dichte zu erreichen. „Hare Tarot Lies“ fährt einen Gang runter, wogegen „Prodigy“ wieder den hallenden E-Gitarrenlärm mit treibend-monotonen Drums verknüpft. Dazu der gleichförmige Singsang, der vernebelt in der Echokammer herumstochert. Im Prinzip ist so das ganze Album erzählt. Wo sich bei A Place To Bury Strangers nach und nach die Melodien aus dem Lärm schälen, bleiben bei No Joy nur Hall und Lärm übrig.

Ziemlich ziellos mäandert so das Album seinem Ende entgegen und hinterlässt kaum Spuren beim Hörer. Wenig Songwriting, viel Lärm und Monotonie, No Joy verstecken die guten Eigenschaften des Shoegaze und eintönig murmelnde oder hauchende Frauenstimmen machen noch lange kein gutes Album. Hier finden wir zu sehr auf Atmosphäre setzende Tracks, die auf Berührungspunkte mit dem Hörer verzichten. Lediglich „Lunar Phobia“ und „Wrack Attack“ lassen das Talent der Kanadierinnen aufblitzen, da werden Erinnerungen an The Jesus And Mary Chain und deren Ableger Sister Vanilla wach.

Anspieltipps:

  • Lunar Phobia
  • Wrack Attack

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