Uncle Ho - The Manufacture Of Madness - Cover
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Uncle Ho The Manufacture Of Madness


  • Label: Smarten-Up/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Uncle Ho sind zurück und beweisen zumindest auf Produktionsebene, dass man gelernt hat.

Man würdigt auch heute noch nicht genug, wenn ein deutsches Album wirklich gut produziert wurde. Noch bis heute gibt es so einige Audio- und Aufnahmeexperten, die vielen deutschen Studios saftig abgemischte Werke absprechen. Natürlich schlafen die Menschen dieser Branche nicht und holen täglich ein Stück auf, was die Kollegen im Ausland voraus zu haben scheinen. Uncle Ho ist ein Beispiel dafür, dass Deutschland auch knackige Rockalben aus dem Ärmel schütteln kann, ganz ohne Monsterproduktion im Rücken.

Durch live eingespielte Instrumente und (großteils) Verzicht auf Spielereien, besteht „Manufacture Of Madness“ aus krachenden Gitarren und schepperndem Schlagzeug. Wie bei so manchem Live-Konzert muss sich der Bass hinten anstellen, doch der Stimmung einer fetzigen Platte tut dies keinen Abbruch. Von der ersten Sekunde des Openers „Terror Takes Shape“ an, weht ein Wirbelwind, der mit bloßer Energie mitreißt und lässt zeitweise sogar vergessen, dass die Musik selbst nur angenehmes Mittelmaß ist.

Klar ist der Opener ein gelungenes Stück Rockmusik, das immer wieder Spaß macht. Damit gehört dieses gutklassige Stück aber auch zum qualitativen Kern des Albums. Ansonsten reihen sich Rocksongs aneinander, die kurz und knackig daherkommen, ohne großartig im Ohr zu bleiben. Man kann schon von Glück reden, wenn „Daemon Of Men“ hängen bleibt. Was dagegen nachhaltig beeindruckt, ist die fraglose Kraft hinter den Stücken. Wenngleich weder „I Wanna Do It Again“, noch „How Could You Fall For Love“ mit ihrer Melodie etwas hinterlassen, so bleibt einem doch immerhin die Sicherheit, dass man ordentlich gerockt wurde.

Das große Fragezeichen des Albums dagegen ist das knapp zehnminütige „Forgive Forget“, das nach der Hälfte nur noch aus atmosphärischen Geräuschen besteht und dem Album ordentlich an Fahrt nimmt. Abgesehen davon können eben auch nur wenige der Tracks auf Dauer Eindruck schinden. So bleiben Uncle Ho eher die Alternative für Partys, auf denen es laut sein soll, ohne dass der Musik zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zumindest macht es weitestgehend Spaß und manchmal ist das auch schon alles, was wir von Musik erwarten.

Anspieltipps:

  • Terror Takes Shape
  • Daemon Of Men
  • I Wanna Do It Again

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