Paper Aeroplanes - Little Letters - Cover
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Paper Aeroplanes Little Letters


  • Label: Navigator/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die walisische Pop-Hoffnung Paper Aeroplanes dreht vorsichtig an Schrauben und macht mit „Little Letters“ einen kleinen, aber guten Schritt in die richtige Richtung.

Das Wort Mittelmaß hat man während Paper Aeroplanes Debüt „The Day We Ran Into The Sea“ nie so ganz aus dem Kopf bekommen. Den Erfolg gab es trotzdem und schon die erste Platte der Band hatte die nötigen Tracks, um dem Duo diesen Erfolg auch zu gönnen. Mit Album Nummer zwei soll alles noch besser werden und zumindest wie man ein Album richtig eröffnet, hat die Band erkannt und umgesetzt.

Sarah Howell und Richard Llewellyn nehmen eine simple Gitarrenspur, die aus Milows Cover-Schmiede stammen könnte, und verbinden das Ganze mit gekonnten Hooklines, Sarahs vollem Gesang und schon ist ein Hit für die Charts fertig. Aufgrund der sehr erdigen und organischen Auswahl der großteils akustischen Instrumente weiß der Track, sich auch hörbar vom Radio-Einerlei abzugrenzen. So schindet man bleibenden Eindruck. Dass der Track vom ruhigen, aber marschierenden „Red Rover“ abgelöst wird, zeigt gleich, dass „Little Letters“ mehr als nur ein catchy Pop-Album sein möchte. Die Melodie stimmt trotzdem und man blickt schon hoffnungsvoll einer wirklich starken Dreiviertelstunde entgegen.

Ganz können die zwei Waliser die Pop-Plattitüden allerdings noch nicht ablegen. Von doch sehr gebastelten Balladen („Sing For Elvis“), die nicht wirklich ergreifend klingen wollen und können, über Retorten-Romantik-Pop („At The Altar“ und „Silence The Bells“), der an die langweiligeren Momente der späten Neunziger und des frühen Millenniums erinnert. Auf „Little Letters“ überwiegen aber glücklicherweise die gelungenen Versionen genannter Ausfälle. „Fable“ und besonders „Multiple Love“ drehen den Gefühlsfaktor in minimalistischer Manier auf und weitere, ruhige Balladen zeigen die Qualität der Band auf.

Was man allerdings vermisst, sind weitere Pop-Lieder, die sich auch trauen, größer zu klingen. Allein „Love Letters“ wagt sich noch in Gefilde, die man mit den gelungenen Balladen Snow Patrols verbinden könnte und die für Abwechslung sorgen. Die sonst fehlende Abwechslung wird zwar durch besagte Emotionalität wettgemacht, doch der Titeltrack und der äußerst gelungene Auftakt des Albums lassen noch mehr von Paper Aeroplanes erhoffen. Trotzdem ist „Little Letters“ ein Fingerzeig in die richtige Richtung und festigt das Duo auf der weiten Pop-Landkarte als ernstzunehmende Alternative.

Anspieltipps:

  • Multiple Love
  • When The Windows Shook
  • Red Rover

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