Dangers Of The Sea - Dangers Of The Sea - Cover
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Dangers Of The Sea Dangers Of The Sea


  • Label: Devil Duck Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Poesie und Schönheit! Die Herrlichkeit hat einen neuen Namen: Dangers Of The Sea!

Nebel und Dunst ziehen übers Gewässer, ein blasses Blau und eine schemenhafte dunkle Landschaft. Die Gefahren der See scheinen greifbar, bleiben jedoch geisterhaft und verheißen dennoch Anmut und Schönheit. Das Artwork von „Dangers Of The Sea“ von der Band gleichen Namens aus Dänemark bereitet den Hörer auf ein außergewöhnliches Album vor, das bei oberflächlicher Betrachtung auf den viel gerühmten Nenner der skandinavischen Melancholie reduziert werden könnte.

Sänger und Frontmann Andreas Bay Estrup studierte in Kopenhagen und den USA Jazz-Schlagzeug und hat nebenbei Songs für die Schublade geschrieben und nie daran gedacht, die Schlagzeugstöcke mit dem Mikrofon zu tauschen. Dennoch fanden seine Demos den Weg zu bekannten Musikern und so ist gewissermaßen eine dänische Allstar-Band entstanden. Dangers Of The Sea sind neben Estrup der Keyboarder Jess Jensen von Saybia, Bassist Mike Juel Taageoi von Slaraffenland und Gitarrist Federik Teige von Efterklang. Auf Tour waren sie Support für Dry The River, Megafaun sowie Dark Dark Dark und spielten auf dem Roskilde- und Spot-Festival.

Bereits das Intro „Your Hands Are Folded“ verzaubert den Hörer mit Harmoniestimmen, die Westcoast-Folk und Gospel atmen, wobei sie ihren Landsleuten und Labelkollegen Murder und deren Album „Gospel Of Man“ näher stehen als der sonnigen US-Westcoast-Seite. Im Fortlauf überzeugen die zart geflochtenen und feingeistigen Arrangements, die in dieser Qualität bisher Midlake vorbehalten waren. Zudem ist Estrup mit einer Stimme gesegnet, die einen in die Knie zwingt. Mit der nasalen Emotion eines Neil Young und einer Intensität und Tiefe, die nur selten einer Singstimme innewohnt, dringt Estrup sanftmütig in die Gefühlswelt seiner Hörer vor.

Natürlich durchzieht die Melancholie dieses Album, doch all das Schemenhafte und Dunkle wird mit einer zauberhaften Leichtigkeit dargeboten, die einen innerlich erweicht, einem seelische Lasten abnimmt. Wer „Sheer Desperation“ hört, weiß um die Verzweiflung, jedoch auch um deren Auflösung, ein Abbild des sich zurückziehenden Nebels und der ersten Strahlen der Morgensonne. Wie das Klavier auf „Light“ und „Your Time Is Wasted“ Tautropfen verdunsten und das Tanzen des Sonnenlichts auf der See glitzern lässt, ist pure Poesie und Schönheit. Und was macht „Take My Hand“? Es nimmt dich ganz einfach an der Hand, führt dich hinaus an ein sanft gleißendes Licht. Der Aufforderung „Come Sit By My Fire“ folgen wir bedenkenlos, mit all der Hingabe, die wir auch in diesem männlichen Engel namens Andreas Bay Estrup vorfinden.

Wer von diesen Liedern nicht berührt wird, dem schlägt kein Herz in der Brust und wen diese Lieder zu Tränen rühren, ist kein Weichei, sondern hat die ganze Schönheit dieses Albums verstanden. Mit Herz und Verstand nähern wir uns den Gefahren der See, hinter denen sich eine nahezu vollendete Poesie und Schönheit auftut. Die Herrlichkeit hat einen neuen Namen: Dangers Of The Sea!

Anspieltipps:

  • Mine To Keep
  • Sheer Desperation
  • Take My Hand
  • Your Time Is Wasted
  • Come Sit By My Fire
  • Turn Around

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