The Burning Hell - People - Cover
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The Burning Hell People


  • Label: Bb*Island/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine zündende Mischung: Genial-dilettantisches Indie-Geschepper trifft Vaudeville-DIY-Pop!

Aus Kanada sind The Burning Hell, ein Kollektiv, das sich immer wieder neu formiert und in Frontmann Mathias Korn seine tragende Konstante hat. „People“ ist bereits ihr sechstes Album, dennoch wurden sie bisher - außer in Insider-Kreisen - kaum wahrgenommen. Vielleicht den Music Hall- und Circus-Pop-Anteilen, die auf ihrem neuen Werk kaum mehr eine Rolle spielen, ihres bisherigen Outputs geschuldet. Auch die Folkelemente wurden reduziert, wofür der Indie-Rock hier auf dem Vormarsch ist, ohne den Indie- und DIY-Pop gänzlich zu vernachlässigen. Angeblich schreibt Korn „the wittiest lyrics“ in Kanada und in der Tat hat der Mann einen launigen Humor, der naturgemäß auch in seinen Texten steckt.

Die Songtitel alleine kehren schon die Themen des Kanadiers hervor. So erzählt und singt er z.B. über „Grown-Ups“, „Amateur Rappers“, „Sentimentalists“, „Barbarians“ oder „Industrialists“. Mathias Korns Stimme und Texte stehen somit im Zentrum des Geschehens und es ist sein Gesang, der einen sofort einnimmt. Ein sonores, in tieferen Lagen stattfindendes erzählendes Grummeln zeichnet ihn aus. Immer wieder wird das weibliche Element in persona Ariel Sharratt als gesanglicher Kontrast oder Harmonie hinzugefügt. Die beiden geben ein ganz bezauberndes Duo ab. Auch in den sentimentalen Passagen bilden sie ein Indie-Traumpaar, das wie füreinander geschaffen scheint. Nicht umsonst gilt Sharratt als fester und wichtiger Bestandteil von The Burning Hell.

Die Bläserarrangements, die in nahezu allen Songs präsent sind, zeigen einen Vaudeville-Charakter, der auch zuweilen auf den Alben von Turner Cody zu vernehmen ist. Folglich eine beschwingte Angelegenheit, die sich ganz famos mit den Indie-Rock- und Folk-Elementen verknüpft. Irgendwo zwischen jenem Cody und Jonathan Richman lässt sich schließlich The Burning Hell verorten. Oder andersherum: Genial-Dilettantisches Indie-Geschepper trifft auf Vaudeville-DIY-Pop. Eine zündende Mischung, zu der Korn auch mit Ukulele, Gitarre und Xylophon beiträgt, unterstützt von Darren Brownes jaulend rockender Leadgitarre sowie Nick Ferrios, der Bass und Lapsteel bearbeitet. Nicht zu vergessen das scheppernde Schlagzeug von Jake Nicoll (auch Keyboards) sowie das Gebläse von Saxofonist Stanley Brinks und der zwitschernden Klarinette Ariel Sharratts.

Das Ganze bereitet von Beginn an Spaß und macht Freude und kann ohne Substanzverlust immer wieder von neuem gehört werden. Alleine die Stimme Korns ist ein Genuss. Mit dem Twang eines Lee Hazlewood, der Lässigkeit eines Jonathan Richman und der selig-tiefen Ruhe eines Johnny Cash fabuliert er seine textlastigen Songs, die dennoch nie überfrachtet daherkommen. Zudem weicht Sharratts charmante Stimme wiederholt das Geschehen auf und bringt dem rauen Charakter Sanftmut bei, so wie wir es von Brett und Rennie Sparks (The Handsome Family) kennen. „People“ ist vielleicht das Album im DIY-Bereich 2013!

Anspieltipps:

  • Grown-Ups
  • Sentimentalists
  • Barbarians
  • Industrialists

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