Split - Stay Gold - Cover
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Split Stay Gold


  • Label: Kick The Flame/Broken Silence
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie Fall Out Boy anno 2013 gerne hätten klingen dürfen, aber in letzter Konsequenz auch nicht müssen.

Mit Save Rock And Roll (04/2013) mussten Fall Out Boy im letzten Monat wieder die Schere zwischen Fans und Kritikern deutlich machen. Und es gibt durchaus genug Gründe, das Album als vergeigtes Comeback zu bezeichnen. Trotzdem sind Verkaufszahlen und Fanmeinungen bei Weitem nicht so dramatisch ausgefallen. Ähnlich wie bei der kommerziell immer noch geglückten Bruchlandung Green Days vergeben Hörer einfach zu viele Qualitätstalfahrten. Vielleicht lässt sich das Scheitern Fall Out Boys deutlicher machen, wenn mit Split ein eher unbekannter Vertreter des Mainstream-Rock aufzeigt, was man alles hätte besser machen können.

Noch viel deutlicher als zu Fall Out Boy ist jedoch die Parallele von Split zu den frühen Panic At The Disco! zu ziehen. Viele Synthesizer und derartige Spielereien, die einen nah am Pop gebauten Sound erschaffen („Talk Is Cheap“). Dagegen steuern im richtigen Moment immer wieder simple, aber knackig und gut produzierte Gitarrenhymnen (z.B. „Setting Sail“ und „Make Your Move“). Natürlich präsentiert sich auch stolz die minimalistische Pianoballade („Friends“) und fertig ist ein schon x-mal dagewesener Mix aus modern produzierter Rockmusik für die Massen.

Trotz dieses scheinbar so einfachen Rezeptes für ein gelungenes Rock-Album ist „Stay Gold“ im Vergleich zu Fall Out Boy um Welten voraus. So normal und frei von Überraschungen es auch ist, sind die Lieder doch in sich schlüssig und kreieren genau jene Stimmungen, die der geneigte Hörer von ihnen erwartet. Erwartungsgemäß unterhaltsam ist diese Mischung aus Pop- und Rockballaden („Dance Beyond The Stars“ und „Safe And Sound“) und Radiorockern mit Synthie-Back-Up („Fighting For Sleep“) und das entscheidende Moment ist jenes, in dem auffällt, dass die Musik unterhält und sich nicht in Peinlichkeiten und Wiederholungen verliert.

Das Album beweist in erster Linie das vorhandene Verständnis dafür, eine Band gut zu produzieren und zu präsentieren. Was fehlt, sind die großen Melodien seitens der Band, die einen in diesem sowieso schon überfüllten Genre über Wasser halten. Ohne eine einzige, echte Hitsingle wird dieses im Grunde solide Album wohl untergehen. Durch den richtigen Werbevertrag oder den Fremdeinsatz einiger Lieder in Werbung und/oder Film lässt sich vielleicht doch noch einem dieser Tracks zum Durchbruch verhelfen. Für das nächste Album muss jedoch noch mehr geballte Ohrwurm-Power her, wenn man sich schon offensichtlich in den Mainstream begibt und dort bestehen möchte.

Anspieltipps:

  • Fighting For Sleep
  • Dancing Beyond The Stars
  • Make Your Move

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