Field Report - Field Report - Cover
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Field Report Field Report


  • Label: Partisan/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, für das der Ausdruck „melancholische Schönheit“ erfunden wurde – mit ein paar Schönheitsflecken auf der Zielgeraden.

Chris Porterfield ist zurück! Der Folk-Sänger gönnt seiner neuen Band einen Teil seines Namens im Titel und erinnert mit minimalistischer Gangart an die frühen Balladen eines Bruce Springsteen. „Field Report“ ist eines dieser Alben, das einen trotz geballter Ruhe umhaut. Song für Song vergisst man die Zeit und ein „Fergus Falls“ oder auch das überragende „I Am Not Waiting Anymore“ entfalten ihre Spielzeit in einer unglaublichen Art.

Egal, ob der Track dabei tatsächlich die Fünfminutenmarke durchbricht oder wie „I Am Not Waiting Anymore“ die perfekte Radiospieldauer vorweist, laufen die Lieder eine gefühlte Ewigkeit. Allerdings ist es keine Langeweile, sondern Wonne, die einen durch die jeweiligen Tracks begleitet. Dabei schaffen es Porterfield und seine Mitstreiter auch immer, nur das Nötigste zu ändern. So klingt „Taking Alcatraz“ wie eine Fortsetzung des vorherigen Tracks, um über seine Spieldauer eben doch eine ganz eigene Identität zu entwickeln. So vergisst man sich nicht nur in einzelnen Titeln, sondern auch im nahtlosen Übergang dieser.

Damit man aber als harscher Kritiker auch was zu meckern hat, erlaubt Field Report Gejammer auf hohem Niveau. Mit „Chico The American“ bekommt man nämlich das erste Stück, dem es nicht mehr gelingt, diese Zeitlosigkeit zu schaffen. Spätestens die letzte Minute des Liedes fühlt sich gestreckt an und ein angenehm düster anklingender Song klingt schlichtweg zu lang aus. Hinzu kommt, dass auch der Übergang zum schwächsten Track „Evergreen“ nicht im Kopf bleibt und besagtes „Evergreen“ einfach an einem vorbeigeht.

Auch aufgrund dieser Hypothek kann „Captain Video“ nur bedingt wieder diesen Fluss herstellen, der das Lied bis „Chico The American“ so stark gemacht hat. Im Verlauf dieses Tracks und spätestens während des Closers „Route 18“ hat sich der Field Report allerdings wieder gefangen und erinnert gerade noch rechtzeitig daran, wie gut dieses Album begonnen hat. Sieht man von der Schwächephase im letzten Drittel ab, dann ist Field Report einer der ganz großen Würfe im Folk-Genre. Ohne Schnörkel und Anbiederung an irgendeine Art von Hörer, machen Field Report einfach nur richtig schöne Musik für Folk-Fans, die schlichtweg träumen möchten.

Anspieltipps:

  • I Am Not Waiting Anymore
  • Taking Alcatraz
  • Circle Drive

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