Blackmore´s Night - Dancer And The Moon - Cover
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Blackmore´s Night Dancer And The Moon


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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Und ewig grüßt das Murmeltier! Ritchie Blackmore und Candice Night kauen uns mal wieder ihren Renaissance-Folk vor.

Im inzwischen 16. Jahr ihres Bestehens ist das musikalische Projekt von Ritchie Blackmore und seiner Ehefrau Candice Night einmal mehr bei einer neuen Plattenfirma untergekommen. Das kleine italienische Label Frontiers Records, das auf Heavy Metal und Hardrock spezialisiert ist, stellt nun die Heimat von Blackmore’s Night dar, die sich damit in guter Gesellschaft von u.a. Whitesnake, Toto, Sebastian Bach und Def Leppard befinden. Dabei passt die Musik der Band überhaupt nicht in das Raster des Labels. Denn Blackmore’s Night haben - bis auf die Vergangenheit von Ritchie Blackmore in Bands wie Rainbow und Deep Purple - mit ihrer Renaissance-Musik überhaupt nichts mit den lauten Klängen aus der Hartwurstabteilung zu tun.

An dieser musikalischen Ausrichtung hat sich – oh Wunder! – auch auf „Dancer And The Moon“ nichts geändert. Blackmore, Night und ihre fünfköpfige Band geben sich wie gewohnt mit mittelalterlich anmutenden Klängen, die in dezente Pop-Arrangements gesteckt wurden, die Ehre und spinnen damit das Erfolgsrezept der vorangegangenen elf Studio- und Live-Alben konsequent weiter. Neben neu arrangierten Traditionals und Eigenkompositionen gehen dazu heuer auch Coverversionen von Uriah Heep („Lady in black” und Randy Newman („I think it’s going to rain today”) ins Rennen, sowie mit „Temple of the king” ein alter Titel von Rainbow, den Ritchie Blackmore zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Ronnie James Dio geschrieben hat. Mit „Carry on… Jon” setzt Blackmore zudem seinem alten Deep-Purple-Kollegen Jon Lord, der am 16. Juli 2012 verstorben ist, ein kleines Denkmal.

Zusammen ergibt sich daraus der Prototyp des klassischen Blackmore’s-Night-Albums, auf dem wie immer das tolle Gitarrenspiel des Altmeisters Ritchie Blackmore (68) und der betörende Gesang seiner Frau Candice Night (42) bewundert werden können. Doch das ist freilich nur die halbe Wahrheit. Denn als Vehikel für diese beiden Grundfesten dienen allzu häufig synthetisch-plätschernde Arrangements, biedere Melodien und mit Titeln wie „The moon is shining (somewhere over the sea)“ missglückte Versuche, den Sound von Blackmore’s Night noch stärker in den Pop-Bereich zu drängen.

Unterm Strich fehlen Blackmore’s Night damit die Argumente, ihr eingespieltes System einer neuen Betrachtung zu unterziehen. Will heißen, wer den mittelalterlich angehauchten Sound bisher glühend liebte, wird wohl auch „Dancer And The Moon“ wohlwollend durchwinken. Kritischere Naturen könnten sich aber so langsam fragen, ob dieser sich seit einigen Jahren wiederholdende Durchschnitt wirklich noch sein muss.

Anspieltipps:

  • Troika
  • Carry on... Jon
  • The spinner’s tale
  • Temple of the king

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