Hate Force One - Wave Of Destruction - Cover
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Hate Force One Wave Of Destruction


  • Label: Bret Hard/H'ART
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl sie Newcomer sind, wirkt ihr hundsgemeines Todesblei überraschend reif.

Sind an Bord der Hate Force One die Anschnall-Lichter erst mal erloschen, gibt es so schnell kein Entrinnen mehr. Darauf bauen die vier Piloten des Metal-Bombers seit ihrer Gründung im Jahre 2008. Alex Riekötter (Growls), Phillip Gerlach (Gitarre), Matthias Degener (Gitarre), Florian Böhmfeld (Bass) und Manuel Lüke (Schlagzeug) kommen aus dem nordrhein-westfälischen Geseke, haben sich Death Metal der besonders brutalen Sorte auf die Kappe geschrieben und setzen nach zwei Demos mit „Wave Of Destruction“ zur ersten Landung an. Bereits das im Comic-Look gehaltene Artwork und Booklet aus der Feder von Sebastian Jerke weiß dabei zu überzeugen und setzt sich vom Gros der Genre-Veröffentlichungen angenehm ab. Musikalisch machen die fünf Burschen dabei von Anfang an klar, dass ihr Erstling keine Kompromisse erlaubt. Eine knackige halbe Stunde dauert ihr Bombardement und hat somit die klassische Länge, um eventuelle Anforderungen klar zu machen. Den Death Metaler erwartet ein Spaziergang durch diverse Spielarten des Extreme Metals, der immerzu danach schreit, die Fesseln der Anlage zu sprengen und eine Stage zu entern.

Ist „Wave Of Destruction“ also sommerlicher Death Metal? Geht das überhaupt bzw. macht das überhaupt Sinn? Egal - Hate Force One strotzen nur so vor Spielfreude und sind irgendwie genau die Band, die man bei einer Freiluft-Gaudi sehen will. Mal traditionell und fast schon im Thrash Metal angekommen, dann wiederum furztrocken-verrottet wie 90er-Death und letztendlich knüppelhart und groovend - die Jungs aus NRW wissen, wie man Todesblei bearbeitet. Direkt im Opener und Titeltrack legen sie die Karten auf den Tisch und präsentieren ihren Shit irgendwo zwischen Brutal Death à la Nile und Deathgrind. Hier wird klar ein gewisser Härtegrad festgelegt, der auf den anderen neun Kompositionen beibehalten wird. Auflockerungen gibt es in Form frecher Ausflüge in den Thrash Metal („Voices“, „Face The Mirror“, „New Zombiefield“), die für einen ordentlichen Drive sorgen. Auch ein wenig Black-Gerumpel darf in „The Joker“ nicht fehlen. Hate Force One vermeiden bei all dem Gekloppe Monotonie und würzen ihre Songs immer wieder mit dem gewissen Quäntchen Abwechslung. Jedenfalls so lange, wie es die musikalische Ausrichtung zulässt - verschnörkelt oder verkopft ist „Wave Of Destruction“ nämlich keinesfalls. Das Quintett bleibt sich treu und spielt ziemlich direkt.

Besonderes Lob gebührt übrigens der Rhythmusfraktion, bestehend aus Bassist Florian und Schlagwerker Manuel. Letzterer sorgt mit seiner rauen, dennoch verspielten und virtuosen Prügelei für Spannung. Der Bengel muss sich keinesfalls hinter renommierten Genre-Vertretern verstecken und ist das größte Argument der Band. Das soll nicht heißen, dass die restlichen Musiker nichts drauf haben. Im Gegenteil: Hate Force One wirken wie eine Kombo, die schon seit Jahren die Szene unsicher macht und kommt überraschend professionell daher. Ihr Debüt sollte sich der gemeine Death Metaler unbedingt mal zur Brust nehmen. Auch wenn Hate Force One ohne Zweifel eine Band sind, die live am meisten Spaß machen sollte, ist der erste Wurf dennoch äußerst vielversprechend und macht schon jetzt Lust auf mehr. Ein wenig Luft nach oben gibt es zwar auch, aber das muss schließlich nichts heißen. Von diesen NRWlern darf man nämlich noch einiges erwarten.

Anspieltipps:

  • Wave Of Destruction
  • Voices
  • The Joker
  • New Zombiefield

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