Come - Eleven:Eleven (Re-Release) - Cover
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Come Eleven:Eleven (Re-Release)


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 90 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Rundum gelungenes und erweitertes Reissue des legendären Come-Albums.

Wir schreiben das Jahr 1992, Nirvanas Asche eines in den Mainstream gesprengten Undergrounds weht nach wie vor durch eine aufgewühlte Musikszene und in dessen Fahrtwind erscheint „Eleven:Eleven“ von Come. Kurt Cobain ist so etwas wie ein Jim Morrison und Iggy Pop für die 90er, und Hole sowie Bikini Kill sind die Speerspitze der Riot Grrrl-Bewegung. Was noch fehlt, ist eine Patti Smith für die 90er, da kommen Come mit ihrer Frontfrau Thalia Zedek (Gesang, Gitarre) gerade recht. Zudem haben sie in Chris Brokaw einen außerordentlichen Gitarristen, der so ganz nebenbei noch als Drummer der Slowcore Band Codeine und später als Solokünstler agiert. Zuletzt wird er ein Teil von Dirtmusic.

Thalia Zedek hat bereits Erfahrungen in Bands wie Live Skull, Uzi, The Dangerous Birds und White Women gesammelt, bevor sie die Frontfrau von Come wird. Die Single „Car“ ist das erste Ausrufezeichen von Come und gleichzeitig beim NME und Melody Maker ‚Single Of The Week‘. Schließlich erscheint das phänomenale Debütalbum „Eleven:Eleven“, das sowohl mit Grunge- als auch No-Wave-Elementen gespickt ist. Die Power und Wucht von Nirvana und Dinosaur Jr., die elektrisierende Gitarrenverzahnungen von Television oder The Dream Syndicate und die Beat-Poetry einer Patti Smith feiern ein weniger fröhliches Beisammensein, vielmehr wird hier die finstere Seite des Rock ausgeleuchtet. Come legt mit Röntgenblick das klappernde Skelett des Rock frei, um ihn postwendend mit rohem Fleisch zu martern.

Elf Jahre später: Das Album hat nichts von seiner dunklen Magie eingebüßt, Titel wie bspw. „Submerge“, „Dead Molly“, „Bell“, „William“, „Sad Eyes“ und die auf dem vorliegenden Reissue enthaltene Single „Fast Piss Blues“ sind von einer Erhabenheit und Virtuosität, die einen förmlich gegen die Wand pressen. Da paaren sich Wucht und Druck mit einer glühenden Leidenschaft, und hinterlassen Kondensstreifen am gewittrigen Wolkenhimmel. Warum es Thalia Zedek nicht vergönnt war, eine ähnliche Karriere wie Patti Smith hinzulegen, bleibt ein Geheimnis. Dabei ist sie nach wie vor aktiv, hat zuletzt das grandiose „Via“ veröffentlicht und ist im Mai in Originalbesetzung mit Come auf Europa-Tour.

Einen Vorgeschmack auf diese Bühnenauftritte gibt die zweite Platte dieser rundum gelungenen Wiederveröffentlichung ab. Ein einer Schlacht gleichender Live-Mitschnitt des legendären Vermonstress-Festivals von 1992 zeigt die beinharten Konzertqualitäten der Band auf. Wie sie ihre ganze Leidenschaft und all ihre Kraft in die Songs legen, ist beeindruckend. Letztlich scheiterten sie genau daran, hinzu kam das exzessive Tour-Leben, das die Band Ende der 90er zerbrechen ließ. Umso erfreulicher, dass sie wieder da sind mit diesem sowohl als Doppel-LP wie auch als Doppel-CD erschienenen Klassikers der 90er. Zudem nährt die Tour-Reunion die Hoffnung auf ein neues Studioalbum.

Anspieltipps:

  • Submerge
  • Bell
  • William
  • Sad Eyes
  • Fast Piss Blues

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