Tyrone Vaughan - Downtime - Cover
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Tyrone Vaughan Downtime


  • Label: Blues Boulevard/H'ART
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Hemdsärmeliger Blues-, Country- und Roots-Rock, für den der Name Vaughan bürgt.

Tyrone Vaughan ist der Neffe des berühmten Stevie Ray Vaughan und Sohn von Jimmie Vaughan. Letzterer ist als Solokünstler und Mitbegründer von The Fabulous Thunderbirds ein Begriff. Tyrone Vaughan hat demzufolge die musikalischen Gene, jedoch auch die Bürde der berühmten Verwandtschaft zu tragen. Er wuchs mit Blues- und Country-Musik auf, seine erste Single war Charlie Daniels‘ „The Devil Went Down To Georgia“. Er war zwar von Musik begeistert, spielte aber selbst noch kein Instrument, sondern vertrieb seine Zeit an der High School mit diversen Sportarten. Kurz vor Ende seiner Teen-Zeit verstarb sein Onkel Stevie Ray und Tyrone begann mit dem Gitarre spielen. Nach seinem High School-Abschluss gründete er mit einigen Freunden die Band Breedlove.

In der Szene von Austin waren Breedlove schnell ein Begriff und sie gewannen in der Kategorie ‚Best New Band’ einen Austin Music Award. Die Türen zu den großen Clubs waren aufgestoßen und ihre Bühnenauftritte verschafften ihnen einen Plattenvertrag. Für seinen Vater schrieb er einen Song und spielte auf seinem Grammy-Album „Do You Get The Blues“ mit. Zudem spielte er mit ZZ Tops Billy Gibbons, Doyle Bramhall II, Pinetop Perkins, Little Jimmy King und anderen.

Schließlich war Tyrone Vaughan bereit, sein erstes Soloalbum aufzunehmen, das nun unter dem Titel „Downtime“ vorliegt. Das Titelstück zu Beginn ist ein gut abgehangener Texas-Country-Blues, der mit allerlei Saitenspielerei auftrumpft: Pedal Steel, E-Gitarre, Mandoline und Fiddle greifen vorzüglich ineinander. Begleitet von einer erdigen Rhythmusgruppe und von Tyrone Vaughans nasaler und kräftiger Stimme getragen, wird eine erste Duftmarke gesetzt. Auf „Next Stop Texas“ jaulen die Stromgitarren, flankiert von der Country Geige und taffen Roots-Rock-Rhythmen. Im Prinzip ist damit das ganze Album erzählt, hier und da zieht der eine Song mehr in Richtung Blues, ein anderer mehr gen Country, immer unterfüttert von satten, hemdsärmeligen Rockismen.

Wer Texas-infizierten Roots-, Blues- und Country-Rock liebt, der wird an diesem Album seine Freude haben. Tyrone Vaughan überzeugt mit zehn melodiösen Songs, die mit Leidenschaft, Tempo und Spielwitz zum Besten gegeben werden. Das ist waschechtes Zeug, das ganz bewusst auf jegliche Modernismen verzichtet. Einen Preis für Innovation gewinnt Vaughan damit nicht, er ist vielmehr ein Bewahrer des Texas-Blues-Rock-Erbes und darin ein wahrer Könner. Zudem gelingt es ihm, Mainstream-tauglichen Radio-Rock mit authentischem Roots-Rock zu versöhnen. Eine Leistung, die nur wenige derart ungezwungen bewältigen.

Anspieltipps:

  • Downtime
  • Next Stop Texas
  • She Could Have Had Anything
  • Wanna Hear You Sing

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