Roseaux - Roseaux - Cover
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Roseaux Roseaux


  • Label: Tot Ou Tard/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Um den Sänger Aloe Blacc entstand dieses elegante Album mit Coverversionen im Jazzstil.

Im Jahr 2008 rief der französische Radio-DJ Emile Omar zusammen mit seinen Musikerfreunden Clément Petit und Alex Kinkin das Projekt Roseaux ins Leben. Die Idee: Ein Bündel Lieblingssongs aus den verschiedensten Genres zu bearbeiten und auf einem Album zu versammeln. Den dazu benötigten Sänger finden sie in Aloe Blacc, der zu dieser Zeit noch als unbekannter Soulsänger durch die Gegend tingelt, bis er im Jahr 2010 mit dem Song „I need a Dollar“ einen Welthit landet und plötzlich in aller Munde bzw. Ohren ist. Damit hatte das Roseaux-Projekt unverhofft ein echtes Aushängeschild bekommen. Doch als das Album des Quartetts im November 2012 in Frankreich auf den Markt kommt, erzielt es mit Platz 92 und drei Wochen Verweildauer in den Charts ein enttäuschendes Ergebnis.

Roseaux haben für ihr Debütalbum zehn im Ursprung total unterschiedliche Songs zusammengetragen, die von Künstlern wie dem House-Duo Blaze („We all must live together“), den Alternative Rockern Pearl Jam („Indifference“) oder der Soul-Königin Patti Labelle („More than material“) stammen. Diese verwandelten sie in minimalistisch arrangierte Jazz-Soul-Pop-Versionen mit einem betont akustischen Klangbild. Im Stile einer Jazzband verströmen Roseaux Spiel- und Improvisationslust, behalten dabei aber immer im Auge, dass die Songs eine homogene Mischung ergeben. So fügen sich Hits wie „Walking on the noon” von The Police genauso ins Gesamtbild ein, wie vielleicht nicht ganz so bekannte Tracks wie „Missing you“ von Kim English, „Clarao Da Lua“ von Nazaré Pereira (einer brasilianischen Carimbó-Sängerin) oder auch „Strange things” von John Holt.

Das erklärt am Ende wohl auch den ausgebliebenen Erfolg in den französischen Charts. Die Songs auf „Roseaux“ besitzen nämlich eher geringes kommerzielles Potenzial. Dafür ist die künstlerische Umsetzung umso gelungener zu bewerten. Die Herren Blacc, Petit, Kinkin und Omar zaubern aus den unterschiedlichsten Genres ein federleichtes und musikalisch konformes Gesamtpaket aus gediegenen Akustikklängen im Jazz-Mantel, dem seine fremde Herkunft sowie die stilistischen Grundlagen im Reggae, Grunge, Soul und House nicht anzumerken sind.

Anspieltipps:

  • Indifference
  • More than material
  • Walking on the moon
  • Girl you rock my soul

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