Wolf People - Fain - Cover
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Wolf People Fain


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Fleiß und Talent sind der Band anzumerken, doch der letzte Funke springt nicht über.

Nicht nur, dass der Name Wolf People eine Jüngerschaft zu den australischen Retro-Rockern von Wolfmother erahnen lässt, auch die Musik klingt wie die entspannt verdrehte Vorentwicklung zum Rockgewitter der Wolfsmutter. Lang und breit werden Liedpfade getreten, sodass trotz der geringen Anzahl an Songs mit 48 Minuten eine stattliche Länge herauskommt. Auf „Fain“ wird langen Gitarrensoli gehuldigt und der psychedelische Rock steht stets vor dem Projekt der Eingängigkeit.

Manchmal glaubt man sogar, dass der Gesang nur da ist, um einigen Hörern Halt zu geben. Viel zu oft konzentrieren sich die Tracks schließlich offensichtlich auf ausgiebige Instrumentalparts, die zwischen den Strophen stets für neuen Zündstoff sorgen sollen. Das passt manchmal richtig gut („Empty Vessels“), kann durch die Rückkehr zu Ausgangsmotiven eines Tracks bei Überlänge aber auch ermüdend wirken („When The Fire Is Dead In The Grate“ und „Thief“). Das Wort „langatmig“ schwebt stets wie ein Damoklesschwert über der Musik der Band, auch wenn es nur in genannten Fällen tatsächlichen Schaden anrichtet.

Ansonsten grooven die Stücke angenehm treibend vor sich hin und verlieren sich und die Hörer in den Strömungen der 60er und 70er. Wenn man dann aber doch aus seiner Trance erwacht und auch nur irgendeiner Tätigkeit nachgeht, die Geist oder Körper auch nur annähernd beansprucht, dann verschwindet „Fain“ direkt aus dem Kopf und lässt Leere zurück. Es ist diese Art von Musik, die nur in ganz gewissen Situationen funktioniert und ansonsten anfängt, pomadig zu wirken. Die Abwechslung hält sich in Grenzen und Authentizität allein lenkt nicht von mangelnder Kraft und Ideenreichtum ab.

„Fain“ ist beileibe kein schlechtes Album, nur neben all der Detailverliebtheit vergisst die Band schlichtweg, ganze Lieder zu schreiben, die den Hörer bei der Stange halten. Als Gesamtkunstwerk mit ein, zwei Stotterern funktioniert die neue Scheibe als recht flüssiges Werk, das allerdings nie den Anspruch erhebt, bleibenden Eindruck hinterlassen zu wollen.

Anspieltipps:

  • Empty Vessels
  • NRR
  • All Returns

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