The D.O.T. - Diary - Cover
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The D.O.T. Diary


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Solange sie nicht in ihrem Genre unterwegs sind, klingt es richtig nett, was The D.O.T. da fabrizieren.

Nein, einfach nur nein! Was The D.O.T. auf ihrem neuen Album „Diary“ anstellen, ist mehr als nur ein Betriebsunfall. Einer Venusfalle gleich zeigt sich die Band zu Beginn mit pompöser Eröffnung, radiotauglicher Single mit gutem Rhythmus („Don't Look At The Road“) und richtig feschem Soul-Pop („Blood, Sweat And Tears“). Da möchte man fast allein für „Blood, Sweat And Tears“ zum Kauf raten, wenn man auf gut gemachten Soul-Pop steht. Aber leider ist das nur gekonntes Blendwerk, welches von einer Audio-Katastrophe ablenkt, die Gehörgänge unfreiwillig reinigt.

So billig und schief zu klingen, wie es das Duo in Tracks wie „How We All Lie“ und „What Am I Supposed To Be?“ auf die Reihe bekommt, ist fast schon wieder eine Kunst. Es spricht von Selbstvertrauen oder schlichter Verneinung von Tatsachen, wenn man den angestrengten Gesang am Anschlag so konsequent vermarktet. Zu sanften und seichten Pop-Arrangements treffen The D.O.T. regelmäßig gerade so den Ton. Selbst bei Unkenntnis spürt man es in Mark und Bein, wenn ein lang gehaltener Ton oder hohe Töne wie Fingernägel metaphorisch über die Kreidetafel ratschen.

Ein in der Peinlichkeit verlorener Versuch zwischen Disco und moderner Club-Musik in Form von „Makers Mark“ ist dazu nur eines der vielen Beispiele, welches neben dem schwachen Gesang auch auf uninspirierte und teilweise schlichtweg missratene Instrumentalisierung hinweist. „Diary“ ist nicht cool, wenn es das sein möchte, die Emotionen gehen in hoffnungsloser Einfallslosigkeit unter (z.B. „Left At The Lights“) und es ist allein das glückliche Händchen für von Soul inspirierter Musik, die das Album vorm Totalausfall rettet. So ist mit „Most Of My Time“ nach dem gediegenen Auftakt des Albums noch ein letzter Schimmer an möglicher Qualität.

Diese Qualität wird allerdings so rigoros verheimlicht und von wirklich platten und schlecht gemachten Tracks überschattet, dass sich Fuß- und Fingernägel von selbst schneiden und man sprichwörtlich aus der Haut fahren möchte. „Diary“ ist eine ganz große Enttäuschung und kann leider nicht für seine wenigen Höhepunkte gelobt werden. Anstatt dessen muss mit aller Nachdrücklichkeit darauf hingewiesen, dass „Diary“ ein größtenteils schlecht produziertes Lied mit schlechter Musik ist. Punkt.

Anspieltipps:

  • Blood, Sweat And Tears
  • Most Of My Time
  • Don't Look At The Road

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