Hello Gravity - The Golden Kind - Cover
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Hello Gravity The Golden Kind


  • Label: Dienje Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Anstatt so prägnant wie die Songtitel zu sein, ist die Musik auf „The Golden Kind“ einfach nur simpel gestrickt.

The Killers-Fans, die sich nach dem letzten Album von Hello Gravity auf die Füße getreten fühlten, sind seit „Battle Born“ ruhiger geworden. Genau die Art von Retorten-Pop/Rock hat Einzug gehalten, die sich gerne leicht ins Ohr begibt, aber selten allzu lang dort bleibt. „Wunderkind war der Arbeitsnachweis des deutschen Pendants zu den Killers, welches leicht zugängliche Melodien auf den Markt brachte, die zwei Jahre später keiner mehr kennt.

Es ist also gerade der rechte Zeitpunkt, um Kritiker Lügen zu strafen und mit Album Nummer zwei zu zeigen, dass man doch ein paar denkwürdige Lieder im Ärmel hat. Schonen wir unsere Nerven, indem wir gleich auflösen. „The Golden Kind“ ist ein plattes Werk voller vorformulierter Stücke geworden, die simpler kaum sein könnten. Dadurch, dass mit viel Elektronik und Effekthascherei die Musik einer Rockband nur selten zum Vorschein kommt, offenbart sich das instrumentale Gewand noch offensichtlicher als austauschbar.

Zumindest eine gewisse Effizienz kann man der Band weiterhin zusprechen. Von der ersten Nummer an gibt es keine unnötige Reibung und die Melodien gehen direkt ins Ohr. Allerdings fragt man sich auf „The Golden Kind“ des Öfteren, ob dieser Vorgang wirklich wünschenswert war. Wenn uninspiriert stampfende R'n'B-Pop-Rhythmen von seichten und schwachen Gitarren untermalt werden und alles im elektrisch generierten Strom untergeht und die Melodie weder Pathos noch Gefühl trägt, dann personifizieren Lieder wie „Iceberg“, „Night“ und „Awake“ schon mal die geballte Langeweile.

So fühlt man sich am Ende des Albums auch nicht schlecht, weil mit „Pictures“ eine brauchbare Hymne inmitten von gewolltem Pomp untergeht. Durch die Bank weg fällt Hello Gravity nichts ein, um dem Mittelmaß zu entwachsen. Was nützen Stadion-Hymnen, die keinerlei Emotionen freisetzen und laut vor sich hin plätschern. „The Golden Kind“ ist wie ein Trockengewitter, welches mit Blitz und Donner für Aufsehen sorgen will, während die Hörer vergebens auf den Regen warten. Trotz der knackigen Kürze des Albums ist Langeweile vorprogrammiert, wenn man sich Hello Gravitys neues Album am Stück antun möchte.

Anspieltipps:

  • Pictures
  • Golden
  • Spotlight

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