Emily Wells - Mama - Cover
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Emily Wells Mama


  • Label: Partisan/Rough Trade
  • Laufzeit: 82 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Verschrobener Art-Pop zwischen Laura Marling, CocoRosie und Björk.

Die amerikanische Multiinstrumentalistin Emily Wells (31) veröffentlicht bereits seit 1999 ihre eigenwillige Musik auf Alben und Singles, ohne dass dies in Europa großartig jemand mitbekommen hat. Mit „Mama“ legt sie nun ihren neuen Solo-Longplayer vor. Dieser erschien in den USA bereits im April des vergangenen Jahres und wurde auf einer Pferdefarm (!) im kalifornischen Topanga Canyon eingespielt. Stilistisch verknüpft die Wahl-New-Yorkerin darauf HipHop und Folk mit Electro-Klängen zu einer avantgardistischen und doch auf eine gewisse Weise eingängigen Art von Popmusik, die für den Mainstream dennoch zu verschroben ist.

Emily Wells kreierte für „Mama“ einen klaustrophobischen Songzyklus, der im Stile eines zusammenhängenden Film-Scores funktioniert. Im Zusammenspiel aus klassischen Instrumenten mit Loops und Synthesizern sowie ihrer feenhaften Stimme, die mit viel Hall aus Emily Wells Schneckenhaus hinaus weht, ergibt sich ein interessantes Schauspiel, das in der europäischen Ausgabe gleich in zwei Versionen vorliegt. Denn auf einer zweiten CD wird hier, neben dem Bonus Track „Los Angeles“, das gesamte Album bis auf den Song „Intrumental“ in einer akustischen Version noch einmal dargeboten.

Und auch darauf schafft es Emily Wells, eine sehr intensive Atmosphäre zu produzieren, die jeden Freak-Folk-Fan in den Bann ziehen dürfte. Vorausgesetzt, der Hörer ist selbst ein wenig freaky veranlagt, um den nicht selten beklemmend wirkenden Songs über die Dauer von 80 Minuten zu folgen, ohne sich anschließend von einer Autobahnbrücke zu stürzen.

Anspieltipps:

  • Darlin‘
  • Passenger
  • No good
  • Let your guard down
  • Mama’s gonna give you love

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