Peace - In Love - Cover
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Peace In Love


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein neuer Stern am BritPop-Himmel: Peace aus Birmingham zitieren die 90er Jahre wie keine zweite Band in diesen Tagen.

Im März dieses Jahres veröffentlichte die im Jahr 2009 gegründete Indie-Band Peace aus Worcester in der Nähe von Birmingham ihr Debütalbum „In Love“ in Großbritannien und erntete damit viel Applaus bei den Hörern und in den Medien. Endlich hatte die gefürchtete englische Fachpresse wieder eine Band auf ihrem Hype-Radar, die mit ihrer musikalischen Mischung aus Indie-Rock, BritPop und psychedelischen Elementen hervorragend zu vermarkten ist. Denn mit ihrem Sound, der sich in fast allen der vergangenen fünf Dekaden der Pop- und Rockmusik zu bedienen scheint, könnten Peace tatsächlich den größtmöglichen Konsens beim Publikum erzielen.

So gibt es auf „In Love“ Reminiszenzen an die 60er Jahre (The Beatles, The Byrds), 80er Jahre (The Cure, The Charlatans), 90er Jahre (Oasis, Happy Mondays, Kula Shaker, The Libertines) und die Nullerjahre (Foals, Vampire Weekend) zu hören, ohne dass das Quartett eine eigene Identität vermissen ließe. Entsprechend hoch fielen die Bewertungen in den einschlägigen britischen Musikmagazinen aus, denen sicher nicht ungeprüft getraut werden darf, aber die „In Love“ auch außerhalb Großbritanniens zu einem Thema machen.

Mit etwas mehr als 9.000 abgesetzten Einheiten in der ersten Verkaufswoche erreichten Peace den 16. Platz in den UK Charts. Zum Vergleich: Das Debütalbum von Oasis, „Definitely Maybe“ (08/1994), verkaufte sich in der ersten Woche 86.000 Mal. Das zeigt, wie sehr sich die Musikszene verändert hat, denn auch Peace genossen eine sehr lange Vorlaufzeit bis zur Veröffentlichung ihres Debüts. In diesen Monaten machten sich die Birminghamer mit Single-Veröffentlichungen und Life-Auftritten langsam einen Namen auf der britischen Insel und pflegten den Hype.

Das von Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Adele, The Kooks, Editors) produzierte Album gilt als kreativer Weckruf für die etwas eingeschlafene Indie-Rockszene in England. Denn Harry Koisser (Gesang, Texte), Douglas Castle (Gitarre), Sam Koisser (Bass) und Dominic Boyce (Schlagzeug) treiben es auf „In Love“ im wahrsten Sinne bunt und abwechslungsreich. Dabei werden auf der Deluxe Edition, die vier zusätzliche Stücke im Vergleich zur einfachen Ausgabe des Werks beinhaltet, in 53 Minuten vor allem die 90er Jahre wiederbelebt.

So bedienen sich zum Beispiel die Opener „Higher than the sun“ und „Follow baby“ an einer Mischung aus Sixties-Pop, dezenter Flower-Power-Gestik à la Kula Shaker und der Melodiensprache von Oasis, während der potenzielle Singlehit „Lovesick“ nach The Cure und „Float forever“ stark nach Coldplay meets Oasis klingt. „Wraith“ ist ein eleganter Groover mit ansteckender Hookline, „Delicious“ lärmt herrlich im Stile der Libertines, „Waste of paint“ proklamiert den Rave-Style der Charlatans und in „Toxic“ zieht Sänger Harry Koisser die Worte ähnlich in die Länge wie Liam Gallagher (Beady Eye). Unter den Bonus Tracks befinden sich zudem die an Oasis gemahnende Ballade „Sugarstone“, der coole Surf-Rock-Track „California daze“ sowie das flirrende „Bloodshake“, mit dem der Bogen zum Brit-Rock des Hier und Jetzt geschlagen wird.

Damit hält „Love Is“ zwar noch gebührenden Abstand zu den Meisterwerken des BritPop in den 90er Jahren, macht aber mit jeder Note deutlich, dass hier vier junge Musiker am Werk sind, die entdeckt haben, wie der BritPop-Hase läuft und bereit dazu sind, mit diesem Wissen die Musikwelt zu erobern.

Anspieltipps:

  • Toxic
  • Wraith
  • Lovesick
  • Sugarstone
  • Float forever
  • California daze

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