The Toten Crackhuren Im Kofferraum - Mama, Ich Blute - Cover
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The Toten Crackhuren Im Kofferraum Mama, Ich Blute


  • Label: Destiny Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 45 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Verwesungsgeruch im Kofferraum wird langsam unerträglich...

Über Gruppierungen wie The T.C.H.I.K. gibt es oft geteilte Meinungen. Um Reibereien zu vermeiden, sollen all jene, die die Band schon vor drei Jahren mochten, einfach nicht weiterlesen. Haters gonna hate. Wie sagen The T.C.H.I.K. selbst in „Kopf, Knie“? „Komm mir nicht mit Argumenten“, wer die Musik nicht mag, bekommt auf die Fresse. Die freche und meist sinnentleerte Wortwahl der vielköpfigen Band ist nicht origineller geworden und statt Ponys geht es dieses Mal um das „Last Unicorn“. Ohne Inspiration und Muse klatschen uns The T.C.H.I.K. ein Dutzend Dance-Pop/Fake-Electro-Songs vor die Füße und bringen sich selbst mit Hilfe des Bonustracks die schlechtestmögliche Wertung ein. Bereit für mehr?

The Toten Crackhuren im Kofferraum drücken genau die Leck-Mich-Attitüde aus, die für viele Menschen so abstrus ist, dass sie sie schon wieder gut finden. Der schlichtweg schlechte Gesang wird als Kunstmittel missverstanden, da The T.C.H.I.K. im Gegensatz zu beispielsweise Mia. und Spilssbury keinerlei Konzept vorzuweisen haben. Dass es auch auf „Mama Ich Blute“ abseits von Jugendsprache und 08/15-Beats absolut nichts gibt, überrascht nach dem gescheitert selbstironischen Debüt „ Talentlos & Gecastet“ nicht unbedingt.

Auf der neuen Scheibe will man scheinbar mit Turbonegro-Cover und Gästen wie Bela B. punkten, doch das Ergebnis ist musikalisch so einfallslos und textlich so zweidimensional wie schon der Vorgänger. „Age Of Sternburg“ teilt sich in zwei überschaubare und unvollendete Hälften, die beide für sich als durchschnittlich gute Ware funktionieren würden, so aber einfach nur abgehackt wirken. Die Kinderkassettenchorstimmung der meisten Lieder macht es nicht besser und irgendwann ist es auch nicht mehr ironisch, wenn Musik durchgehend schlecht klingt. Bei peinlicher Tic Tac Toe-Imitation („Du Fehls Mir“) und stumpfer Dance-Musik ohne jeden Inhalt („Heute Nacht“ und „Dreckige Wäsche“) fragt sich der Hörer von Anfang bis Ende, zu welchem Zeitpunkt man hier bitte lachen sollte. Die Musik hingegen hält sich auf einem einfallslosen, aber soliden Niveau.

Dabei könnte man es belassen, mit der ausweglos peinlichen 90er-Trash-Disco in „Klaus“ leben und konsequent nicht auf die Texte hören, um die schwache, aber simple und deswegen tanzbare Musik genießen zu können. Über all die peinlichen und schlichtweg einfach nicht lustigen Nummern könnte man hinwegsehen und will Hörern ihren Spaß gönnen, wenn sie ihn denn mit dieser Musik haben. Aber dann kommt nach gut vierzig Minuten der stetigen Überschreitung der Grenze des guten Geschmacks der Bonustrack dieser Scheibe und macht eine echte Wertung dieses Albums nicht möglich.

Die hier aufgenommenen Themen befinden sich jenseits des guten Geschmacks und die musikalische Untermalung eines „Barbie Girl“ macht es nur noch trauriger. Alleinerziehender Vater der trinkt und die Kinder trinken lässt. Dazu geht es um die Mickey Maus, die sich die Hose auszieht und den dicken Schlauch, den der Vater auspackt. So dümmlich sich dies anhört, ist hierbei tatsächlich vom Originaltext die Rede. So unglaublich degenerierte Texte verdienen es nicht, gehört zu werden. Punkt.

Anspieltipps:

  • Age Of Sternburg

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