Status Quo - Bula Quo! - Cover
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Status Quo Bula Quo!


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 76 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock-Dinos in der Südsee – das ist oftmals witzig, aber auch nicht sonderlich spannend.

Rockin' all over the world - diesmal auf den Fidschi Inseln. Muss dazu ernsthaft etwas gesagt werden? Wem die Veteranen von Status Quo bisher nichts gesagt haben, dem ist wohl eh nicht mehr zu helfen. Immerhin hatte man ein halbes Jahrhundert lang die Möglichkeit, die Lieblingsband von Thomas Gottschalk kennen zu lernen. Die Briten feiern ihr sage und schreibe 50-jähriges Bestehen - wie schnell die Zeit doch vergeht. Grund genug, nicht nur auf eine ausgedehnte Tournee mit Uriah Heep als Support zu gehen, sondern auch den ersten Spielfilm (!) und den entsprechenden Soundtrack zu veröffentlichen. In der Action-Komödie „Bula Quo“ („Bula“ bedeutet auf Fidschi „Hallo“) übernehmen die Rock-Dinos Francis Rossi und Rick Parfitt die Hauptrollen und spielen sich selbst. Sie landen auf den Fidschis, lernen die FSJlerin Caroline (benannt nach dem gleichnamigen Hit der Band) kennen und geraten als Mordzeugen ins Fadenkreuz eines Killers. Mit der Produktion eines Films erfüllen sich die Musiker einen lang gehegten Traum und kombinieren alles direkt mit einem Soundtrack, welcher auf zwei CDs sowohl Neukompositionen als auch Remixes alter Hits umfasst.

„Bula Quo!“ funktioniert als eigenständiges und vom Film losgelöstes Album ohne große Mühe. Die neun Kompositionen zeigen Status Quo hauptsächlich von ihrer klassischen Seite, was Fans besonders freuen sollte, auch wenn große Überraschungen ausbleiben. Straighte Rocker mit Schunkel- und Mitklatsch-Potential machen Laune und sind größtenteils Stadion-kompatibles Material. Da legen zum Beispiel der Opener „Looking Out For Caroline“ oder das mit einem abgewandelten 007-Leitmotiv folgende „GoGoGo“ die Karten offen auf den Tisch. Die fröhlichen Drauflos-Rocker „Never Leave A Friend Behind“, „Run And Hide (The Gun Song)“ und „Running Inside My Head“, kommen im Gegensatz zu manch anderen Songs auf „Bula Quo!“ weitaus weniger poppig daher und bieten geerdeten Classic-Rock. Und gerade dieser sollte in seiner unbekümmerten und eingängigen Form als Hintergrundbeschallung einer Komödie wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passen. Wirklich spektakulär ist aber keiner der Songs. Die nicht gerade wenigen Fans der Engländer wird das aber kaum stören. Echte Top-Hits schreiben Status Quo auf ihrem 30. Longplayer allerdings auch nicht mehr …

Dafür halten sich aber auch die ganz großen Debakel in Grenzen. „Mystery Island“, „Fiji Time“ und „Bula Bula Quo (Kua Ni Lega)“ sind witzige Rocker und sollten dem Konzept des Films durchaus zupass kommen. Auf rein musikalischer Ebene handelt es sich aber lediglich um tropisch anmutende Dekoration. Die obligatorischen Ukulelen und Tin Drums sind selbstverständlich inklusive! Ob man den dargebotenen Classic Rock meets Arielles „Unter dem Meer“ wirklich braucht, ist letztendlich dann doch zweifelhaft, zumal diese kleinen Experimente relativ bieder und vorhersehbar präsentiert werden. Ein wenig interessanter sind da schon das ins Südsee-Korsett gezwängte „Living On An Island“ und der Evergreen „Rockin' All Over The World“, welcher eigentlich immer irgendwie relevant erscheint. Diese befinden sich zusammen mit hauptsächlich live aufgenommenen Songs auf der zweiten Langrille und werden als Best-Of angeboten. Warum man nach insgesamt acht offiziellen Kompilationen immer noch eine weitere, auch extrem lieblose und nach Schema F zusammengestellte Werkschau von Status Quo braucht, ist definitiv nicht nachvollziehbar.

Die ein, zwei interessanten Nummern hätten jedenfalls auch locker auf das mit knapp 34 Minuten erschreckend und ärgerlich kurze Hauptalbum gestellt werden können. Eine kleine Erweiterung hätte dem Soundtrack auf jeden Fall gut getan und der Fan hätte sich über das Remix-Gimmick durchaus gefreut - wieder einmal bestätigt sich, dass weniger manchmal mehr ist. Die beigelegte Best-Of wird dem Neueinsteiger kaum die Musik Status Quos näher bringen, während Anhänger eh schon alles im Regal stehen haben. Letztere sind natürlich auch nach einem halben Jahrhundert das klare Zielpublikum der Band. Ob Status Quo überhaupt noch relevant sind, ob sie mehr als drei Akkorde beherrschen, ob die Welt überhaupt auf einen Film und den dazu passenden Soundtrack gewartet hat? Wen kümmert das schon? Mit „Bula Quo!“ ziehen sie ihr gewohntes Programm durch, beweisen, dass sie eine Band sind, die ihren Stil schon längst gefunden hat und haben anscheinend nach der ganzen Zeit noch Spaß an der Sache. Ein wirklicher Höhepunkt in der Diskographie ist „Bula Quo!“ dann allerdings auch nicht.

Anspieltipps:

  • GoGoGo
  • Run And Hide (The Gun Song)

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