Wampire - Curiosity - Cover
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Wampire Curiosity


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Stromgitarren vs. Synthies, Melodie vs. Rhythmus. The Winner is: Wampire!

Das Duo Wampire aus Portland, Oregon, begann bereits 2001 zusammen zu jammen und wurde alsbald zur lokalen Szenegröße, die auf House Partys performte. Ihr Bandname lässt sich auf ‚Wampire = a wannabe vampire‘ zurückführen. Die Möchtegernvampire Rocky Tinder und Eric Phipps eröffneten bereits Shows ihrer Labelkollegen Starfucker (aka STRFKR) und Bassist Jacob Portrait (Unknown Mortal Orchestra) produzierte ihr vorliegendes Debütalbum „Curiosity“. Mit Songfragmenten begaben sie sich ins Studio, die sie dekonstruierten, neu arrangierten und Stück für Stück wieder zusammenfügten. Lyrics und Melodien wurden teilweise improvisiert, alte Elemente in ein neues Licht gehüllt. Ein kreativer Prozess, der sich auszahlte.

Dabei kamen neun Songs heraus, die sich zwischen Synthie- und Indie-Gitarren-Pop platzieren und in der Form ein wenig an Papercuts erinnern, auch die Psychedelik des Niederländers Jacco Gardner schimmert durch. Ob es Zufall ist, dass letzterer wie Wampire das Wort ‚curiosity‘ im Albumtitel aufführt? Zudem sind sicherlich die bereits erwähnten Starfucker und Unknown Mortal Orchestra als Einflüsse zu nennen. Selbst Kraftwerk sind eine Referenz, deren Hit „Das Modell“ steht bei Wampire als Coverversion auf der Liste, fehlt allerdings auf ihrem Debütalbum.

Die erste Kuriosität ist das auch als Single veröffentlichte „The Hearse“ (B-Seite: „Das Modell“) mit überschäumenden Synthiewellen, treibender Rhythmik, perlenden Stromgitarren und einer weichen Singstimme. Die Melodie schießt einer Sonnenblume gleich in die Höhe und die Tanzbeine beginnen unmittelbar zu zucken. Auch das im Tempo zurückgenommene „Orchards“ strahlt zitronengelb und erfährt in „Spirit Forest“ die entsprechende Fortsetzung. Danach spazieren Riesen durchs wabernd-psychedelische Klangbild, „Giants“ und „I Can’t See Why“ lassen wieder die Tanzwut raus, Synthies und E-Gitarren feiern ein Fest, dazu peitschen die Rhythmen wie schäumendes Meerwasser gegen ein schwankendes Schiff.

„Outta Money“ schimmert in Kaleidoskop-Farben und auf dem melodiösen „Trains“ verdrängt ein Piano die Synthies, die Stromgitarren kreisen versöhnlich. Dagegen dürfen die Synthies auf „Snacks“ mit den Akustikgitarren das Melodien-Karussell befahren. Zum Finale werden die „Magic Lights“ gezündet, die eine rhythmische Himmelsleiter emporsteigen und eine sternengelbe Synthiemelodie malen. Dem Duo Wampire ist ein gutes Debüt gelungen, an Papercuts reichen sie noch nicht ganz heran, der eingeschlagene Weg jedoch ist der absolut Richtige.

Anspieltipps:

  • The Hearse
  • Giants
  • Snacks
  • Magic Lights

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