Dagoba - Post Mortem Nihil Est - Cover
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Dagoba Post Mortem Nihil Est


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Französischer Death Metal mit Hitpotenzial.

„Post Mortem Nihil Est“ - doch nach dem Tod kommt definitiv nicht das Nichts, sondern Dagoba. Und das bedeutet, dass wir uns auf ein melodisches doch knüppelhartes Death-Geschwader gefasst machen dürfen. Eine der vielleicht prominentesten und erfolgreichsten französischen Melo-Death-Kombos veröffentlicht hier ihr nunmehr fünftes Album; ihr erstes seit dem Ausstieg des langjährigen Gitarreros Izakar. Für diesen springt Neuzugang Yves Terzibachian ein und bringt seinen Kollegen Shawter (Gesang), Werther Ytier (Bass) und Franky Costanza (Schießbude) frisches Blut. Die vier Herren zünden abermals ein Feuerwerk an Industrial-Klängen und abwechslungsreichem Death Metal, der sich nach dem einen oder anderen Experiment in der Vergangenheit langsam einrenkt und in etwa einen Vorgeschmack gibt, wie es mit Dagoba in Zukunft noch weitergehen wird.

Dass die Franzosen keine Gefangenen machen, wird von Anfang an klar gemacht. Lediglich das kurze Intermezzo „Nevada“ schaltet einen Gang runter und lässt den restlichen zehn Kompositionen genug Platz, um sich in ihrer Härte komplett zu entfalten. Darunter befinden sich Doublebass-Bombardements wie „I, Reptile“, „Oblivion Is For The Living“ oder „By The Sword“, die stellvertretend dafür stehen, mit wie viel Schmackes gearbeitet wird und die nicht nur einmal an den furztrockenen Sound des 90er-Death erinnern. Selten verirrt sich dann auch mal ein Doom-Tröpfchen in der Suppe, zum Beispiel im düsteren Groover „The Realm Black“. Aber auch atmosphärischer und moderner Melodic Metal der Marke In Flames oder Soilwork erhält seine Daseinsberechtigung. Die leicht melancholischen „The Great Wonder“, „When Winter ...“ oder „Son Of A Ghost“ spielen besonders stark mit Samples, Industrial-Arrangements oder cleanem Gesang, was sich als willkommener Puffer für das ansonsten recht deftige Programm herausstellt und sogar Single-Qualitäten hervorblitzen lässt. Weitere Abwechslung bietet Dagoba mit zaghaft angeproggten Nummern wie „The Day After The Apocalypse“. Hier erinnern sie stark an ihre Landsmänner Hacride, sind im direkten Vergleich aber sehr viel straighter und auch eine ganze Ecke zünftiger unterwegs.

Somit wird „Post Mortem Nihil Est“ zu einem Album, welches gleich mehrere Zielgruppen anspricht. Sowohl Fans vom modernen als auch vom traditionellen Death Metal werden gut bedient. Death-Progger dürfen auch gerne mal einen Probehörgang machen – auch wenn Dagoba sich mit der Komplexität eher zurückhalten und sich die meisten „Experimente“ auf das geschickte Einbauen von Industrial Metal beschränken. Im Vergleich zu den Vorgängeralben ist „Post Mortem Nihil Est“ dann doch etwas gesitteter und vorsichtiger. Kein Wunder: „Poseidon“ (2010) konnte in der Grande Nation sogar die Charts erstürmen. Drei Jahre später setzt man genau dort an und geht routinierter vor, ohne sich aber (und das soll man sich loben) dem Massenmarkt anzubiedern. Einen fiesen, kleinen Bastard wie das selbstbetitelte Debüt von 2003 haben Dagoba nicht mehr in petto. Dafür scheinen sie aber ihren Weg konsequent zu gehen und werden noch definitiv weiterhin von sich reden machen.

Anspieltipps:

  • The Realm Black
  • The Great Wonder
  • The Day After The Apocalypse
  • Son Of A Ghost

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