David Bowie - Zeit! 77-79 - Cover
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David Bowie Zeit! 77-79


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 199 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bowies Berlin-Phase nun auch als Box-Set mit vier Alben aus der Zeit von 1977 bis 1979.

Auf seinem aktuellen Longplayer „The Next Day“ (03/2013) thematisiert David Bowie seine großartige Karriere und speziell die späten 70er Jahre, als die sogenannte Berlin-Trilogie in den berühmten Hansa Studios entstand. Die Trilogie besteht aus den Alben „Low“ (1977), „Heroes“ (1977) und „Lodger“ (1979) und stellt neben der „Ziggy Stardust“-Phase so etwas wie das Zentralmassiv in Bowies Karriere dar.

Vermutlich um einem jüngeren Publikum, das eventuell das „The Next Day“-Album gekauft hat, in Sachen Musikgeschichte auf die Sprünge zu helfen, legt EMI Music nun ein Box-Set zum absoluten Freundschaftspreis aus eben jenen drei Alben, ergänzt um das im Jahr 1978 erschienene Doppel-Live-Album „Stage“ vor. Das ist eine nette Idee, aber mehr auch nicht. Denn außer einer neuen Verpackung, die lediglich aus dünner Pappe besteht, hat die Box nichts, was der Fan nicht schon kennt, sprich die remasterten Album-Versionen aus dem Jahr 1999 (bzw. 2005 im Fall von „Stage“).

Bei dieser Box kommt also wirklich nur der Bowie-Neuling zum Zug, der sich auf die Brian-Eno-Produktion „Low“ (01/1977) freuen darf, die mit Experimentierfreude und einer unerwartet düsteren Grundstimmung aufwartet. Die zumeist sehr introvertierten Texte bestehen aus zusammengesetzten Fragmenten und grasen inhaltlich die Abgründe der menschlichen Seele ab. Fürwahr keine leichte Kost.

Auch auf „Heroes“ (10/1977) arbeitete David Bowie mit Brian Eno zusammen. Es ist tatsächlich das einzige Album der Berlin-Trilogie, das vollständig in der alten und neuen deutschen Hauptstadt aufgenommen wurde. Wie schon „Low“ enthielt auch „Heroes“ mehrere Instrumentalstücke, wirkte insgesamt aber nicht so düster und versponnen, was vor allem dem hymnischen Titelstück zu verdanken war.

Bei „Stage“ (09/1978) handelt es sich um das zweite Live-Album von David Bowie. Es wurde auf der neun Monate und 77 Shows umfassenden The Isolar II 1978 World Tour mitgeschnitten. Dazu wurden die Auftritte im Civic Center in Providence, Rhode Island, in der New Boston Garden Arena sowie im Philadelphia Spectrum verwendet. Es enthält neben Stücken von „Low“ und „Lodger“ auch Songs der Alben „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ (1972), „Aladdin Sane“ (1973), „Diamond Dogs“ (1974), „Young Americans“ (1975) und „Station To Station” (1976).

Mit dem ebenfalls von Brian Eno betreuten „Lodger“ (05/1979) wird die Berlin-Trilogie besiegelt, obwohl das Werk eigentlich in der Schweiz und Amerika entstand. Stilistisch unterzog sich Bowie einem erneuten Wandel. Er verwendete orientalische und afrikanische Einflüsse sowie poppige New-Wave-Versatzstücke und machte insgesamt eine freundlichere Musik als auf den beiden Vorgängern.

Anspieltipps:

  • Heroes
  • Red sails
  • Warszawa
  • V-2 Schneider
  • Sense of doubt
  • Fantastic voyage
  • What in the world
  • Look back in anger
  • Always crashing in the same car

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