The Pastels - Slow Summits - Cover
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The Pastels Slow Summits


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
3.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch nach über 30 Jahren verzaubern die Schotten mit warmen Arrangements.

Wenn eine Band nach über 30 Jahren Bandgeschichte immer noch aktuell klingt und ohne sich angebiedert zu haben, dann ist das schon eine ordentliche Leistung. The Proclaimers bewiesen unlängst, dass dies kein Ding der Unmöglichkeit ist. Besonders der schon immer Älteren und Alternativen zugeneigte Indie-Zweig ist dabei natürlich eine große Hilfe für die Schotten von The Pastels. Auf „Slow Summits“ werden Versprechen der Smiths wahrgemacht und alles ganz ruhig angegangen.

Nicht wenige Hörer werden wegknicken, wenn „Secret Music“ und „Night Time Made Us“ das neue Album unvorstellbar gemächlich einleiten. Mit Glockenspiel und gedämpften Bläsern fühlt sich manch einer in wohligen Winter-Weihnachts-Momenten verloren, die aber auch an sonnigen Nachmittagen wunderbar funktionieren.

Grenzwertig ist nach all dieser Zeit immer noch der Gesang. Er ist über die Jahrzehnte hinweg jedoch ein Streitthema geblieben. Das liegt in erster Linie an Sänger Stephen McRobbie, der zwar die Passion, aber nicht die stimmliche Begabung eines Vollblutmusikers mitbringt. Stets neben der Spur wirkend und nur im gröbsten Sinn melodisch, liefert er seine Zeilen fast unfreiwillig komisch ab. Da hilft auch die verträumte Leistung der Instrumente in Tracks wie „Night Time Made Us“ und „Summer Rain“ nichts.

Dagegen trifft Katrina Mitchell den leichten Garage-Sound perfekt und bringt genau das Flair, welches Kate Nash auf „Girl Talk“ oft vergebens zu imitieren versuchte. Mit der Ruhe hingegen übertreibt es die Band nach dem lauen „Summer Rain“ bei dem netten, aber auf Dauer und auch im Kontext eher untergehenden „After Image“. Das Album ist schon extrem zurückhaltender Indie-Pop, sodass das zuckersüße „Kicking Leaves“ keine Einleitung gebraucht hätte. Stattdessen hätte man „Summer Rain“ schneller vergessen machen können.

Mit Katrina als Backup kann sich „Wrong Light“ dem mäßigen Gesang McRobbies entziehen und verdirbt so nicht den Auftakt vor dem klasse Instrumental-Titeltrack. Das ist warmer Indie-Pop, der verzaubert und gefällt. Dass der reifste und beste Song ein Instrumental-Stück ist, spiegelt die Qualitäten der Band sehr gut wider. Während der (von Mitchell vorgetragene) Gesang im besten Fall stimmungsvoll ist, ist die Musik betörend wie auch einfalls- und abwechslungsreich.

Auch wenn bei allen drei von McRobbie gesungenen Liedern dieser Fakt ein dickes Minus einbringt, schafft es die Gruppe, „Night Time Made Us“ und „Wrong Light“ durch sehr gute Arrangements zu retten. Diese Leistung ist in Verbindung mit den von Katrina Mitchell vorgetragenen Liedern und dem hervorragenden Titeltrack einer Achtung wert, die nicht jeder Band gebühren sollte.

Anspieltipps:

  • Slow Summits
  • Kicking Leaves
  • Check My Heart

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