Soundtrack - Man Of Steel - Cover
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Soundtrack Man Of Steel


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein kraftvoller Score für Filmfreunde, aber ein etwas enttäuschender Zimmer.

Mit dem Reboot des Superman-Franchises durch Zack Snyder („300“, „Watchmen“, „Sucker Punch“) erwartet sich Warner Bros. nach dem eher mäßig erfolgreichen „Superman Returns“ von 2006 eine fulminante Rückkehr von Kal-El auf die Kinoleinwände. Mit ernstem Ton und Starbesetzung durch Kevin Costner als Ziehvater Jonathan Kent („Der mit dem Wolf tanzt“, „Robin Hood - König der Diebe“, „Waterworld“), Russell Crowe als leiblicher Vater Jor-El („Gladiator“, „The Insider“, „A Beautiful Mind“), Laurence Fishburne als Daily Planet-Chefredakteur Perry White („Matrix“, „Mission: Impossible III“, „Contagion“) und Amy Adams als Herzblatt Lois Lane („Verwünscht“, „The Master“, „The Fighter“) liegt es einmal mehr am letzten Überlebenden vom Planeten Krypton (dargestellt durch Henry Cavill, der wohl am ehesten durch seine Rolle als Duke von Suffolk der TV-Serie „The Tudors“ bekannt ist), die Erde vor General Zod (verkörpert von „Premium Rush“-Bösewicht und „Boardwalk Empire“-Bundespolizist Michael Shannon) zu retten.

Musikalisch unterstützt wird Snyder dabei von Komponist Hans Zimmer („Inception“, „Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „König der Löwen“), der sich wiederum ein hochkarätiges Backup ins Studio bestellt hat. Im Booklet unter dem Punkt „Featured Musicians - Drum Orchestra“ finden sich beispielsweise Namen wie Jason Bonham (Sohn des legendären Led Zeppelin-Drummers John Bonham), Josh Freese (Schlagzeuger für A Perfect Circle, The Vandals oder Devo), Pharrell Williams (Sänger, Rapper, Songschreiber, Produzent) oder Danny Carey (Schlagzeuger der Band Tool), die dem perkussiven Stil des Frankfurters wohl eine außergewöhnliche Note verleihen sollen, während Electronica-Produzent und Multiinstrumentalist Tom Holkenborg alias Junkie XL ein paar Samples für das Rhythmusdesign kreieren durfte. Auf dem fertigen Werk fällt diese Übermacht an kreativen Köpfen weder übermäßig positiv, noch negativ ins Gewicht, auch wenn man konstatieren muss, dass es auf dem Score wieder deutlich mehr knallt als in Zimmers letzten Auftragsarbeiten, was allerdings auch an der Mitarbeit von Nick Glennie-Smith liegen könnte, mit dem der Frankfurter bereits auf den energiegeladenen Werken zu „The Rock“ und „Fluch der Karibik“ in Berührung kam.

Demzufolge regieren nicht die epischen Science Fiction-Panoramen mit weit ausladenden Streichern („Look to the stars“, „I have so many questions“, „Launch“), die andächtigen, mit schwermütigen Klavierklängen ausgestatteten Momente („Sent here for a reason“, „This is Clark Kent“), bedrohliche Stimmungen („DNA“) oder kleine Melodien, die entweder gesummt („Goodbye my son“) oder von einer Gitarre („If you love these people“, „Flight“) bzw. Geige („Krypton´s last“) gespielt werden, sondern mächtig donnernde Wände aus perkussiven Instrumenten, die den Hörer an manch einer Stelle regelrecht erschlagen („I will find him“), im Großen und Ganzen aber stilvoll den Puls in die Höhe schnellen lassen, ohne auch nur einen Fetzen vom Film gesehen zu haben („Oil rig“, „Tornado“, „Ignition“). Eine kleine Enttäuschung hingegen ist der beinahe zehn Minuten lange Track „Terraforming“, bei dem Zimmer übersteuerte Basseffekte als Stilmittel einsetzt, die jedoch nicht zur Atmosphäre beitragen, sondern einfach nur den prachtvoll in Szene gesetzten Spannungsbogen zunichte machen.

Dafür zieht der Frankfurter mit „You die or I do“ ein Ass aus dem Ärmel und zeigt seinem Schüler Steve Jablonsky, wie man nach „The Island“ effektiv elektronische Samples, Perkussion und düstere Streicherteppiche zu einem vorzüglichen Erlebnis verschmelzen kann. Nichtsdestotrotz werden Zimmer-Fans die Genialität der „The Dark Knight“-Arbeiten oder wirklich bahnbrechendes Material vermissen, das auf „Man Of Steel“ nur in Nuancen vorhanden ist. Parallelen zu früheren Werken Zimmers sind dieses Mal dafür umso spärlicher vorhanden (in „Oil rig“ fühlt man sich unter anderem an „Inception“ erinnert), sodass man von wirklich neuem Material sprechen kann, das seinen Schwerpunkt auf Action setzt, allerdings ohne auf einfühlsame Melodien zu verzichten und den einen oder anderen denkwürdigen Moment zu vergessen.

Anspieltipps:

  • DNA
  • Flight
  • Launch
  • You Die Or I Do
  • This Is Clark Kent
  • Sent Here For A Reason

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