Capital Cities - In A Tidal Wave Of Mystery - Cover
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Capital Cities In A Tidal Wave Of Mystery


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Capital Cities machen Electro-Pop, dem noch die letzte Portion Unverwechselbarkeit fehlt.

Das Electro-Pop-Duo Capital Cities besetzt zurzeit die weltweiten Charts. Ryan Merchant und Sebu Simonian veröffentlichten 2011 eine EP und wurden mit ihrem Song „Safe and Sound“ für diverse Werbekampagnen verpflichtet. Nach diesem Erfolg durften sie, nachdem sie einen Major-Vertrag ergatterten, ein Album um diesen Hit komponieren, das nun in die Läden kommt. Musikalische Ähnlichkeiten finden sich bei Bands wie Empire Of The Sun oder The Naked And Famous, die ebenfalls durch Werbespots einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten.

Verfügt das Duo nur über „One-Hit-Wonder“-Potenzial oder hält es die Qualität seines hymnischen Hits „Safe and Sound“ über die gesamte Spielzeit einer CD? Die Beantwortung dieser Frage scheint nicht so einfach zu sein, denn mit ihren Soundbasteleien beweisen die Tüftler durchaus Talent. Es wäre sogar mehr möglich gewesen, wenn Capital Cities nicht das Risiko gescheut hätten, aus der üblichen musikalischen Ideenbasis auszuscheren.

Ihre gemeinsame Vergangenheit als Werbejingle-Produzenten verführte das Duo zu etwas kantenlosen Keyboard-Arrangements, die zwar sehr eingängig daherkommen, aber auch genauso leicht wieder in Vergessenheit geraten. Allzu oft schielen Capital Cities nach kurzfristigem Erfolg oder aufdringlicher Radio-Hitdichte, die sich auf Dauer eher negativ bemerkbar macht. Die Tracks klingen immer ein wenig ähnlich und die Keyboard-Teppiche mit obligatorischem Trompetensound sowie elektronisch verstärkten Gesangsparts, enden zu offensichtlich als kurzfristiger Ohrwurm.

Die Zusammenarbeit bei dem Song „Farah Fawcett Hair“ mit Andre 3000 von OutKast und Sängerin Shemika Secrest, fällt dagegen sehr positiv auf, weil nun endlich etwas Neues gewagt wird. Mit einem markanten Sprecher und den erwähnten Sängern, gibt es viele Tempowechsel und neue stimmliche Klangfarben, die dem Track die nötige Würze geben, wobei der Text recht witzig erscheint. Auch bei „Lazy Lies“ versuchen Merchant und Simonian ihren üblichen Soundmix zu unterbrechen, indem sie einen ohrwurmartigen Refrain ohne Keyboardakrobatik kreieren und damit einen sanft-entspannten Song auspacken.

Fazit: Die beiden Amerikaner verfügen über hörbar vorhandenes Songwriting-Talent, das sie zukünftig in Songs ummünzen sollten, die mehr musikalische Substanz aufweisen. Trotz aller Kritik sollte der Hörer den stets etwas oberflächlichen Gute-Laune-Klängen, bei den nun endlich aufkommenden sommerlichen Temperaturen, dennoch eine Chance geben.

Anspieltipps:

  • Safe and Sound
  • Farah Fawcett Hair
  • Lazy Lies

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