Polly Scattergood - Arrows - Cover
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Polly Scattergood Arrows


  • Label: Mute/Goodtogo
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Jahre Warten auf das Zweitwerk haben sich gelohnt.

Nach ihrem in Deutschland trotz Fürsprecher Vince Clark (Erasure) kaum beachteten, großartigen selbstbetitelten Albumdebüt Polly Scattergood ließ sich die Britin Polly Scattergood erst einmal Zeit für das nun vorliegende Zweitwerk. Es heißt „Arrows“ und befand sich zwei Jahre lang im Entstehungsprozess, so dass gemeinsam mit Ken Thomas (Sigur Rós, Dave Gahan, M83) sowie Jolyon Thomas eine Pracht heranreifte, die dem Debüt in nichts nachsteht. Es sind erneut die zuckersüßen Vocals gemischt mit vollmundig bitterer Doppelbödigkeit und tanzbar melancholischen Tracks voller Sehnsucht. Elektronischer als gewohnt, aber immer noch mit der Songwriter-Attitüde ausgestattet, die Polly Scattergood so vereinnahmend macht.

„From my cocoon of angel wings, from my cocoon I‘m gonna let you in“, singt sie da im atemberaubend schönen Opener und die Hörerschaft kann kaum anders, als diese Einladung händeringend anzunehmen. Entlohnt wird sie reichlich dank zeitloser Melodien, nahbar zelebriertem Electro-Pop und dieser durchdringenden Mischung bittersüßer Herzlichkeit. Bei „Falling“ rückt gemäßigter Post-Punk an die träumerische Wave-Pop Explosion heran und addiert minimal dosiert fernöstliche Breaks.

Auf diesem Zweitling kommt vieles zusammen, die Britin ist sich jedoch in jeder Sekunde der Zielstrebigkeit bewusst. Gewissermaßen regiert der Konsens, aber eben kein langweilender, sondern ein himmlisch aufrüttelnder aus einem unverkennbaren Guss. Es geht balladesk zu („Machines“), um im nächsten Atemzug bei „Disco Damaged Kid“ die Tanzflächen mit Klavier und Beats zu rocken. Eine Reise durch Verlust, Trotz und die Schönheit des Augenblicks. Oder um es mit Polly Scattergood zu sagen: „Don´t need anything, I feel safe.“

Anspieltipps:

  • Cocoon
  • Machines
  • Disco Damaged Kid
  • Subsequently Lost

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