Blassportgruppe - Back In Blech - Cover
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Blassportgruppe Back In Blech


  • Label: Connector Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Blasmusik trifft auf den Pop der letzten 20 Jahre und das trifft sich gut.

Blasmusik muss nicht in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt werden. Die Blaskapellen der Republik kommen auf ihren Schulkonzerten und in Festzelten oft genug zur Geltung und einmal im Jahr steht eine Hand voll Brassmusiker bei Wacken im Mittelpunkt. Bläser haben keine Hochkonjunktur, aber einen gemütlichen Status Quo in ihrer Nische erreicht. Gerade wenn man noch eine Vorliebe für den Funk hat und zumeist aus Bayern kommt, dann entstehen so interessante und spaßige Formationen wie Schein oder eben die Blassportgruppe. Letztere beweisen, dass Katy Perry auch ohne Stimmverzerrung und Elektronik gut klingen könnte.

Im Gegensatz zu Schein covert die Blassportgruppe berühmte Hits von den Backstreet Boys bis hin zu Soundgarden. Das sorgt von der ersten Sekunde an für Wiedererkennungswert, aber covern kann man bekanntlich auch ziemlich bescheiden. „Muttersöhnchen“ ist gerade auf textlicher Ebene auch nur Durchschnitt, doch es deutet sich gleich an, dass die Band mit Druck und Groove die Hits aus Pop und Rock als Bläserensemble wiedergibt. In jedem Lied spiegeln sich Können und Spielfreude des Ensembles gut wider und es ist erstaunlich, wie gut viele der bekannten Hits klingen, wenn nur Bläser für den Sound zuständig sind.

Ein wenig schade ist es schon, dass man sich bei „Give It Away“ und „Black Hole Sun“ keinen deutschen Text überlegt hat, da diese Stücke so ein wenig aus dem Rahmen fallen. Darüber lässt sich allerdings gut hinwegsehen, wenn man hört, wie stilgetreu („Feuerwerk“) Lieder gecovert werden oder wie die Band ihre künstlerische Freiheit nutzt und zum Beispiel in „Körperklaus“ mehrere Backstreet Boys-Titel zu einem Medley verarbeitet. Dazu gibt es eine erstaunlich zurückhaltende Version von Tears For Fears' „Shout“ (hier: „Laut“). Es macht großteils einfach Freude zu hören, was die Blassportgruppe mit den Originalen angestellt hat.

Ohne die Welt zu verändern, aber gewiss mit der Garantie, eine unterhaltende Dreiviertelstunde abzuliefern, ist „Back In Blech“ eine angenehme Überraschung. Kaum eine Spur von der erwartbaren Fremdscham, stattdessen sorgt die Blassportgruppe für eine Menge gute Laune. Wer weiß, vielleicht reicht so ein Album für manch einen schon, nicht mehr ganz so engstirnig gegenüber der Blasmusik zu sein. Und wenn es nur im Festzelt ist.

Anspieltipps:

  • Sowieso
  • Laut
  • Jenny

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