Small Black - Limits Of Desire - Cover
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Small Black Limits Of Desire


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

2013: Wohlfühlen in den Achtzigern.

Das mittlerweile als Quartett fungierende New Yorker Gespann Small Black schickt seinen zweiten Longplayer „Limits Of Desire“ ins Rennen. Auch diesen haben sie selbst produziert und klangtechnisch herausgeputzt. Ihr Wave-/Electro-Pop ist atmosphärisch, dicht strukturiert und nah am süßlich vereinnahmenden Kitsch der achtziger Jahre. Doch das Songmaterial ist zu stark, um sich vollends seiner Klebrigkeit zu überlassen. Vor allem der Opener „Free At Dawn“ zieht nun wahrlich alle Register stilvoller Pop-Musik. Da pulsiert der Synthesizer, euphorisiert der Beat und zieht die Gitarre wundervoll entfremdete Kreise, während der sehnsuchtsvolle Gesang diesem Hit die Krone aufsetzt.

„No Stranger“ holt die Discokugel raus und lädt zum gedankenverlorenen Wohlfühltanz ein, ehe „Breathless“ seinem Namen alle Ehre macht und staunen lässt. So greifbar war hymnischer Electro-Pop, von Hurts einmal abgesehen, lange nicht mehr zu hören. Small Black schieben ihn weiter in Indie-Regionen und verpassen ihm eine Frischzellenkur, die auch fernab von ewiggestrigen Szenen funktioniert. Ob Tears For Fears, die Pet Shop Boys oder neuere Vertreter wie Chromatics: Die Amerikaner träumen sich ebenso frei vom Ballast des Alltags und lassen keinen Zweifel daran, welche Reize Reproduktion hat.

So hört der geneigte Synth-Pop-Fan auf „Limits Of Desire“ leidenschaftliches Süßholzraspeln, immer die wohlgeformte Melodie und glamouröse Fanfaren inklusive grundierendem Beat-Gerüst in ohrenfreundlicher Manier serviert. Ohne entsprechend starke Songs wäre das wohl eher peinlich als derart belebend, doch auch ein Überhit wie „Free At Dawn“ gelingt Small Black anscheinend nur einmal.

Anspieltipps:

  • Free At Dawn
  • No Stranger
  • Proper Spirit
  • Limits Of Desire

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