The Baptist Generals - Jackleg Devotional To The Heart - Cover
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The Baptist Generals Jackleg Devotional To The Heart


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Remember The Days: Windschiefer Indie-Rock aus dem Museum der Musikgeschichte.

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder! Denn 15 Jahre nach ihrer Gründung in Denton, Texas, und zehn Jahre nach ihrem letzten, in Deutschland über Glitterhouse Records vertriebenen Album „No Silver/No Gold“ (02/2003), legt die Indie-Rock-Kapelle The Baptist Generals mit „Jackleg Devotional To The Heart” tatsächlich ihren dritten, als „Love Album“ bezeichneten Longplayer vor.

Was ist da nur passiert? Hat Baptist-Generals-Mastermind Chris Flemmons der Musikwelt endlich wieder etwas mitzuteilen oder mussten nur mal die überquellenden Archive geleert werden? Hat jemand von Sub Pop Records einfach mal kurz in Denton durchgeklingelt und nach neuen Songs gefragt oder hat sich Herr Flemmons etwa daran erinnert, dass bereits im Jahr 2005 quasi ein fertiges neues Album der Baptist Generals existierte, das Chris Flemmons aber kurzerhand in die Mülltonne kloppte, weil es ihm zu sehr wie ein 08/15-Indie-Rockalbum von der Stange klang?

Ganz ehrlich: Man weiß es nicht. Denn danach verlor sich die Spur nach frischer Musik aus Denton, Texas. Doch jetzt kehren The Baptist Generals völlig unverhofft mit ihrem typischen, minimalistisch-schrammelnden Indie-Lo-Fi-Rock mit dezenten Wurzeln im Folk und Blues zurück und werden damit die Hörerschaft wie schon auf den beiden vorangegangenen Werken in zwei Lager teilen. Denn man muss schon eine besondere Vorliebe für das streckenweise arg fragmentarisch wirkende Songwriting der Texaner mitbringen, das folgerichtig auch auf „Jackleg Devotional To The Heart” wie eine krude Mischung aus den frühen Flaming Lips, Eels und den Butthole Surfers klingt.

Zwar blitzen hier und da durchaus Ansätze kleiner, aber feiner Melodiebögen auf, doch diese müssen sich immer erst einen Durchschlupf durch ein Gestrüpp aus kleinen Noise-Attacken, windschiefen Harmonien und ziellos vor sich hin mäandernden Akkordfolgen suchen. Fazit: Das ist Musik von Freaks für Freaks, die in den vergangenen zehn Jahren nicht unbedingt vermisst wurde.

Anspieltipps:

  • Floating
  • Bromides
  • My o my
  • Dog that bit you
  • Snow on the FM

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