Greg Haines - Where We Were - Cover
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Greg Haines Where We Were


  • Label: Denovali Records/CARGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wissenschaftlich wertvoll, ohne wirklich bis zum Hörer vorzudringen.

Mit „Where We Were“ legt der britische Komponist Greg Haines sein mittlerweile viertes Album vor und feiert damit gleichzeitig seinen Einstand bei Denovali Records, einem renommierten Label für experimentelle Musik. Passend dazu werden alle bisherigen Alben des Briten zusammengefasst in einer CD- und Vinyl-Box neu veröffentlicht. Doch hier soll es um das aktuelle Werk gehen und so einen Schritt hörbar machen, der sich deutlich vom höchst faszinierenden Vorgänger „Digressions“ (2012) entfernt.

Die ursprünglich angedachten Streicher-Aufnahmen wurden wieder verworfen und schließlich auch der rohe Erstentwurf der einzelnen Songs beibehalten. So spontan entstand ein Album um die großartigen Pianokünste des Songwriters herum. Von diesen, genau wie von den verwendeten Percussions, ist jedoch nur noch wenig wahrzunehmen. Auf analogem Wege verfremdet und zu industriellen Beats geformt, erklimmen somit ungewöhnlich tanzbare Uptempo-Nummern wie „Something Happened“ und „The Whole“ eine Welt, in der die Klangforschung vor dem eigentlichen Song steht. Es ist erstaunlich, wie Effekte das Piano so modifizieren, dass es in keiner Weise akustisch nachzuvollziehen ist. „Trasiemo“ erinnert gar an die klangtechnisch umgesetzten Mondlandschaften von Electro-Größen à la Autechre, ehe „The Whole“ zum Minimal-Techno übergeht und alles vergessen lässt, was den Vorgänger so großartig gemacht hat.

Zum Glück setzen atmosphärische Stücke immer wieder Fixpunkte auf einem durchwachsenen Longplayer, der sich in der Entfremdung des Pianos suhlt und so fast ausschließlich wissenschaftliche Züge annimmt. Die technoiden Tracks sind, vom südamerikanisch pulsierenden Schlusslicht „Habenero“ abgesehen, der Gesamtheit nicht dienlich und reißen den Hörer von gefällig unterhaltenden Ambient-Teppichen. Abschließend zeigt die zweite Version von „Habenero“ immerhin, was albumfüllend möglich gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • Something Happened
  • Trasiemo
  • Wake Mania Without End II
  • Habenero (Version)

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