Jon Hopkins - Immunity - Cover
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Jon Hopkins Immunity


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kann der Electro-Tüftler Hopkins herabsteigen, um nicht nur einzuschüchtern, sondern auch zu begeistern?

Jon Hopkins kann Electro. Er ist ein Spezialist was elektronische Musik angeht und kann die detailliertesten Geräuschkulissen aus den Boxen wabern lassen. Im Gegensatz zur Partyszene ist Hopkins allerdings eher minimalistisch einzuschätzen. Auf „Immunity“ will er sich zumindest ansatzweise von diesem eher ruhigen Image verabschieden und traut sich an anspruchsvolle Clubnummern heran. Ob seine Zeit als Produzent ihn inzwischen hat einrosten lassen oder ob er die kreative Freiheit und Konzentration auf sich selbst zur Explosion nutzen kann, lässt sich auf „Immunity“ allerdings noch nicht erkennen.

Bräuchten neugierige Tanzwütige einen Grund, um Hopkins neues Album zu kaufen, dann reichen die drei magischen Worte: „Open Eye Signal“. Mit vielen Elementen, aber nie überfrachtet, kann Hopkins einen Soundpool erschaffen, der mitreißt und Nachtschwärmer jeglicher Art auf den Dancefloor lockt. Der Track vergräbt sich nicht in der gewohnt minimalistisch-repetitiven Nische, die dann Tracks wie „Breathe This Air“ und besonders „Collider“ für sich beanspruchen. Ja, diese Beats gehen sofort ins Blut, doch die kunstvolle Verbindung des Ganzen mit Melodie geht abhanden.

Natürlich kann sich Jon Hopkins auch auf „Immunity“ nicht die Gelegenheit entgehen lassen, darauf hinzuweisen, dass er verdammt gut darin ist, Soundscapes zu entwerfen. „Abandon Window“ und „Sun Harmonics“ sind verträumt schön, doch spätestens letzterer Titel übertreibt es mit ausgedehnter Dauer. Jon Hopkin kann es eben auch übertreiben. Das nimmt man ihm bei der technischen Finesse nur ungern übel und es darf im Falle von „Sun Harmonics“ nicht über den abermals minimalistischen, aber sehr treibenden Auftakt hinweg gegangen werden.

Von einem wirklich mutigen oder anderen Album zu sprechen, ist dann aber doch zu viel des Guten. Es ist durchaus löblich und erwähnenswert, dass Jon Hopkins jedermann zum Tanzen bringt, wenn er denn nur will. Die konsequent ruhigere, zweite Hälfte zeigt das wahre Gesicht des Künstlers und ohne zu kritisch klingen zu wollen, ergibt sich letztlich ein inkonsequentes Bild. „Immunity“ liefert von allem so ein bisschen anstatt sich klar zu definieren, und weiß am Ende selbst nicht so recht, wem es jetzt wirklich gefallen will. So findet jeder ein bisschen und was bleiben wird ist Kritik auf hohem Niveau. Es gibt ja auch Schlimmeres.

Anspieltipps:

  • Open Eye Signal
  • Sun Harmonics
  • Breathe This Air

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