TXL - Angst - Cover
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TXL Angst


  • Label: Bob Media/SOULFOOD
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwischen Störkraft und den Onkelz steht ’ne Kuschelrock-LP.

Das Trio TXL aus Berlin (Ricky, Halid und Schulle) präsentiert mit „Angst“ sein von Holger Mordhorst (Vlad In Tears, Geminus) protegiertes Debütalbum, das irgendwo zwischen J.B.O., Knorkator und Rammstein seine Daseinsberechtigung sucht, aber ganz gewiss nicht findet. So viel ist nach den zehn bzw. elf Tracks (ein Song ist gleich zweimal vertreten) des vorliegenden Machwerks schon einmal sicher.

Mit einer blechernen Billig-Produktion, nach Ironie und Witz suchenden Texten auf tiefstem Fremdschäm-Niveau („Äääh joa, pfff, ach nee, keine Lust... Ich bin so low, ich bin so low. Hach, ich weiß nicht, jaaa, neee. Kein Bock, ich weiß nicht... Uaah, nee ach ich weiß nicht, jaaa morgen...“) sowie völlig unpassenden musikalischen Schrägeinlagen (Blaskapelle, Jodel- und Grunzgesang und zum Schluss eine Pianoballade – na danke!), positionieren sich TXL mitten im Rock’n’Roll-Niemandsland, das bitte keinesfalls als musikalische Vielseitigkeit aufgefasst werden sollte. Wir nennen es besser ein gepflegtes Stochern im Bodennebel mit dem blutigen Enterhaken of Schwachsinn.

In seiner Gesamtheit ist das weder Fisch (ganz bewusster Comedy-Rock) noch Fleisch (ernsthafte Rockmusik) – und nein, wir suchen nicht krampfhaft nach einer Schublade für TXL (benannt nach der Abkürzung für den Berliner Flughafen in Tegel). Diese haben sich sowieso vor Schreck von innen verbarrikadiert, damit sie den Besuch aus der Hauptstadt nicht aufnehmen müssen.

Hoffentlich war dies nun polemisch genug. Denn eine bessere Form von Werbung für „Angst“ können wir TXL nicht anbieten. Die Alternative wäre nämlich die Feststellung, dass „Angst“ völlig unterdurchschnittliche Hardrock-Kost darstellt, die noch nicht mal mit besoffenem Kopf Spaß bereitet.

Anspieltipps:

  • Frei
  • Trauerregen
  • Scheiss drauf
  • Ich habe Angst

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