GFF - Ice On Fire - Cover
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GFF Ice On Fire


  • Label: Green Bomb Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal lässt sich die Welt in drei Akkorden erklären.

Huch? Was ist das denn? Power-Pop? Nein, ich glaub es ja nicht. Und dann auch noch aus Regensburg! Das ist dieses Genre, das sich Punk schimpft. Zumindest der Punk, den wir mit Bands der Marke NoFX und Green Day verbinden. GFF reihen sich mit den oft optimistischen, vorpreschenden Gitarren und einer guten Packung im Gesang nahtlos ein und fassen besonders die Bandgeschichte Green Days recht gut zusammen. Dazu gesellt sich eine gewisse Liebe zu Metal-Rhythmen, die sich im Power-Pop-Anteil offenbart, und fertig ist GFFs Interpretation davon, was man heute Punk nennen sollte.

Was dieses letzten Endes recht stringente Punkrock-Album wirklich erwähnenswert macht, ist der Mut, sich an vielen Ecken zu bedienen. Anstatt auf eine sichere Erfolgsformel oder leichte Identifikation mit der eigenen Musik zu setzen, trauen sich GFF an Riffs direkt aus dem Hardrock heran („Set Ice On Fire“ und „Broken Man“) und setzen auf prügelnde Metal-Drums („Keep The Lights On“), die auch das lustige, aber qualitativ schwache Jackson 5-Cover „I Want You Back“ untermalen dürfen. Der Gesang über all diesen Liedern verrät jedoch stets, dass man es mit einer melodischen Punkband zu tun hat.

Die leichter dem Punk zuzuordnenden Tracks ahmen besonders Green Days typische Hymnen (z.B. „Hit And Run“) und sachte Rocker (u.a. „Soul Pictures“) in einer äußerst offensichtlichen Art nach. Alles schon mal gehört, ist da die Devise, die sich auch nicht beim groovenden Rocker „Fuck What You Say“ verneinen lässt. GFF verheimlichen ihre Vorbilder nicht und versuchen dies mir Spielfreude und knackigen Melodien gutzumachen. Das gelingt allerdings nur bedingt. Neben der löblichen Abwechslung bietet sich dem Hörer auf „Ice On Fire“ nichts, was der Band eine eigene Note verleiht.

Nach gut 40 Minuten ist man sehr solide unterhalten worden, wenn man typischen Mainstream-Punk mag. Manch ein Lied wie „Fuck What You Say“ und „My Land Of The Free“ bleibt vielleicht noch ein wenig im Hinterkopf, doch alles in allem scheint das Album eher eine Hommage an etwas Größeres zu sein. Ebenso eine Melodie, wie das mäßig umgesetzte „I Want You Back“, fehlt dem Rest des Albums. Da sich auch kein fester Stil erkennen lässt, sondern mehr ein Potpourri des Genres, bleibt „Ice On Fire“ wohl nur eine empfehlenswerte Erinnerung daran, was man alles am Punkrock mag. Da helfen auch die astreine Produktion und die Detailverliebtheit zum Punkrock leider nur bedingt.

Anspieltipps:

  • My Land Of The Free
  • Fuck What You Say
  • Set Ice On Fire

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