Soundtrack - The Great Gatsby - Cover
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Soundtrack The Great Gatsby


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bombastischer Soundtrack zu einem bombastischen Film. Hollywood eben.

„The Great Gatsby” ist ein Roman von Francis Scott Key Fitzgerald aus dem Jahr 1925, der zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur zählt. Das Buch erzählt die Geschichte des Millionärs Jay Gatsby aus der Sicht des Ich-Erzählers Nick Carraway, einem Cousin von Jay Gatsby. Fitzgerald übt in seiner relativ simplen Story über Liebe, Macht und Geld Kritik an der Moral der Superreichen und dem Sittenverfall der amerikanischen Gesellschaft in den wilden 20er Jahren.

Das vor 100 Jahren geschriebene Kultbuch wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach für das Fernsehen und die große Kino-Leinwand neu verfilmt, was den australischen Regisseur Baz Luhrmann („Strictly Ballroom“, „Romeo + Julia“, „Moulin Rouge“) und seinen Co-Produzenten, den Rapper Jay-Z, nicht davon abhielt, den Stoff ein weiteres Mal in die Hand zu nehmen und für die aktuelle Kinogängergeneration als pompöse 3D-Verfilmung aufzubereiten. Für die Hauptrollen wurden Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire sowie Carey Mulligan und Isla Fisher verpflichtet und um den Soundtrack kümmerte sich Jay-Z höchstpersönlich.

Musikalisch wollte Jay-Z dem Sound der Jazz-Ära der 20er Jahre ein modernes Update spendieren, das sich aus seiner Sicht nur im erweiterten Feld des HipHop und Rap befinden konnte. Für die Umsetzung hat sich der Rap-Mogul allerdings nicht selbst als Künstler in den Vordergrund gedrängt (Jay-Z steuert lediglich den Track „100$ bill“ bei) und auch nicht einfach so ein paar berühmte Rapper-Kollegen zusammengewürfelt, die sich munter das Mikrophon weiterreichen, sondern künstlerisch durchaus ein wenig in die Trickkiste gegriffen.

So fallen sofort die ungewöhnlichen Kollaborationen und Coverversionen ins Auge, in denen zum Beispiel Jack White den U2-Song „Love is blindness” in Led-Zeppelin-Manier zersägt oder Beyoncé und André 3000 „Back to black” von Amy Winehouse in einen noch düsteren Electro-R&B-Track ummünzen. Des Weiteren treten Emeli Sandé und das Bryan Ferry Orchestra im Verbund auf, um „Crazy in love” (im Original von Beyoncé) in einen swingenden Ragtime zu verwandeln und Will.I.Am serviert mit „Bang bang“ eine Art HipHop-Dixie-Mix der Klassiker „Bang bang (my baby shot me down)“ und „Charleston“. Das Trio Fergie (The Black Eyed Peas), Q-Tip und GoonRock steuert mit „A little party never killed nobody (all we got)“ zielstrebig in Richtung Dancefloor und Shootingstar Lana Del Rey gelingt mit „Young and beautiful“ erneut ein atmosphärisches Stück großer Pop-Kunst. Ebenso atmosphärisch, aber eine Portion düsterer, sind die Beiträge von The XX („Together“) und Nero („Into the past“), während Gotye mit „Hearts a mess“ auf den Spuren seines 2011er Hits „Somebody that I used to know“ wandelt.

Insgesamt liegt dem „The Great Gatsby“-Soundtrack eine interessante Idee zugrunde, die nicht in allen Fällen mit dem nötigen Mut umgesetzt wurde und zeitweise, wie z.B. bei Will.I.Am oder auch Fergie/Q-Tip/GoonRock, etwas aus dem Ruder läuft. Darum ist der, genau wie der Film, ziemlich abgehoben und aufgeblasen wirkende Soundtrack zwar kein Reinfall, aber bis auf wenige Ausnahmen auch keine wirkliche Offenbarung.

Anspieltipps:

  • Together
  • Crazy in love
  • Over the love
  • Love is the drug
  • Love is blindness
  • Young and beautiful

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