Anouk - Sad Singalong Songs - Cover
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Anouk Sad Singalong Songs


  • Label: B1 Recordings/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein groß produziertes Album auf der Suche nach der eigenen Seele.

Da ist sie wieder! Die neue Größe am Soul/Pop-Himmel: Adele! Was? Oh, Verzeihung! Wir meinen natürlich Anouk. Kann ja schon mal passieren. Glücklicherweise ist „Sad Singalong Songs“ nicht der bloße Versuch, auf der andauernden Welle einer Adele mitzuschwimmen und möglichst erfolgreiches Material rund um den Grand Prix rechtzeitig auf den Markt zu ballern! Oder?! - Dabei wird Anouk in fremden Genre-Gewässern zwar exzellent produziert, doch neben all der Retro-Größe ist nur wenig Seele geblieben.

Das Album versucht gar nicht erst, subtil zu sein. Traurige und leicht mitsingbare Hymnen werden versprochen und auch geliefert. Melancholische Tasteninstrumente und Bläser, opulente Chöre und majestätische Streicher sorgen für die Breitbandkulisse fürs Ohr, und wenn es sein muss, klatschen wir noch ein wenig Elektronik oder sogar Glockenklänge und Keyboards oben drauf. Hier geht keiner aus der Session, ohne eingesehen zu haben, wie groß dieser Soul/Pop arrangiert ist.

Und Singalongs kann schließlich auch jeder schreiben. Die Melodien sind allesamt einfach nachzuvollziehen und sollten nur so ins Ohr flutschen, kein Problem, doch die Rechnung wurde hier leider ohne Herz gemacht. Anouk trifft die Töne und die Stimme der 38-Jährigen harmoniert mit der Musik, doch ihre Art, die Lieder vorzutragen, will schlichtweg keine Emotionen wecken. Wie die schlimmste arrangierte Ehe fühlt es sich an, als wären die Musik und der Künstler einander aufgedrängt worden. Nur selten klingt das Ergebnis natürlich, wie im einfachen, aber letztlich doch gestreckten „The Good Life“ und der nicht auf Soul/Pop getrimmten Schlussnummer „The Black Side Of My Mind“.

Doch die anderen Stücke klingen austauschbar und berühren schlichtweg nicht. Anouk scheint lauter Geschichten mitgebracht zu haben, die sie selbst nicht so richtig interessieren. Die Lieder gehen direkt am Hörer vorbei und zurück bleibt das Gefühl, dass es sich bei „Sad Singalong Songs“ um einen Abklatsch oder im besten Fall noch eine Hommage handelt. Anouk verschenkt ihr Talent an einen Ausflug, der nicht wirklich gewollt klingt. So stehen am Ende zehn recht traurige Stücke, die wohl - und da kann sie noch so erfolgreich beim Grand Prix abschneiden - schon in naher Zukunft niemand mehr mitsingen wird.

Anspieltipps:

  • The Good Life
  • The Black Side Of My Mind
  • Only A Mother

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