George Benson - Inspiration: A Tribute To Nat King Cole - Cover
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George Benson Inspiration: A Tribute To Nat King Cole


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

George Benson verneigt sich vor Nat King Cole und der Hörer hingegen weiß nicht, wem er danken soll.

Bei dem, der Jazz mag, dürfte der Name George Benson ein paar größere Kirchenglocken erklingen lassen. Der inzwischen 70-jährige Jazz-Musiker hat seinen Dienst im Lauf der Jahre getan. Da darf man Zeit finden, um eigenen Idolen Tribut zu zollen. Mit Nat King Cole hat sich Benson nicht unbedingt ein leichtes Stück Arbeit ausgesucht, um selbst im Rampenlicht stehen zu können. Sicher heben alte Hits wie „Smile“, „Straighten Up And Fly“ und „Mona Lisa“ ein Album im Alleingang in höhere Sphären. Aber wen feiert man dafür eigentlich?

Abgesehen vom recht überflüssigen Opener mit Schallplattencharme „Mona Lisa (Little GB)“ trumpft das Album ununterbrochen auf. Die Lieder sind klug gewählt, auch wenn 40 Minuten doch ein wenig knapp für ein Tributalbum sind. Titel wie „Love Me As Though There Were No Tomorrow“ sucht man vergebens, die das Big-Band-Erlebnis noch hätten ausweiten können. Wenn schon Tribut oder Best-Of, dann kann man auch in die Vollen gehen. Über diesen Makel hilft das sehr gut aufgenommene Orchester hinweg, welches nicht den plastischen Sound von remasterten Versionen erhält, sondern die Lieder immer genau richtig neu einspielt. Das pompöse „Ballerina“ trifft es ebenso wie ein jazziges „Unforgettable“.

Wenn Benson irgendetwas vorzuwerfen ist, dann dass seine Stimme oft zu weich bleibt, wenn sich der Hörer wünschte, dass der Sänger mit der Band aufginge. „Ballerina“ klingt im Hintergrund beschwingt, doch Bensons Stimme drosselt Tempo und Emotionen, und nimmt diesen und auch ein paar weiteren Titeln den nötigen Kick. So wird sehr schnell deutlich, dass sich der Jazz-Musiker in ruhigeren Gewässern wohler fühlt und diese angenehm schmeichelnd von sich gibt.

Diese positiven Fälle wie eben das hervorragende „Smile“ sind zusammen mit dem exzellenten Orchester und den Steilvorlagen Coles genug, um dieses Album jedem wärmstens zu empfehlen. Nur wer bereits die eine oder andere Best-Of-Scheibe Coles besitzt oder sogar noch ein paar Schallplatten im Hause hat, für den ist dieser Tribut kein Muss mehr. So überwiegt die Freude über die gelungene Umsetzung eines Musikers, den man kennen sollte, wenn Musik aus der Sinatra-Ära einen nicht kalt lässt.

Anspieltipps:

  • Smile
  • Mona Lisa
  • Unforgettable

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