Paul Rose - Double Life - Cover
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Paul Rose Double Life


  • Label: Mita Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Paul Rose dankt Daft Punk und der Zeitlosigkeit.

Paul Rose macht Blues- und Rockmusik. Punkt. Autotune, Synthesizer und Co. sind ihm fremd. Und das ist auch verdammt gut so. Rose hat es nicht nötig, wie Daft Punk einer vergangenen Ära Tribut zu zollen. Er war und ist Teil dieser Zeit und zelebriert seine Stärken, ohne sich um das Hier und Jetzt zu kümmern. Das darf man natürlich gerne als verschlossene Einstellung werten. Das Ergebnis auf „Double Life“ ist allerdings abermals ein so authentisches und über die volle gute Stunde unterhaltendes Werk, dass man froh ist, dass Rose sich auf Stärken besinnt, statt mit dem Strom zu schwimmen.

Man muss nicht Fan der Krimi-Serie „The Wire“ sein, um auch heute noch Gefallen am Blues zu finden. Sehr viele moderne Rockbands und -interpreten stehen auf die kernigen, klaren Riffs, die den Blues auch auszeichnen. Wer findet bitte keine Freude daran, wie Rose gleich zum Auftakt in „Cold Sweat“ mit einfachem Rhythmus für nickende Köpfe sorgt. Spätestens wenn Paul Rose in virtuoser Manier seine Finger über die Saiten spazieren lässt, sind Blues-Fans verzaubert. Dieser Mann weiß, wie man eine Gitarre zu behandeln hat.

Dank der Kombination von Blues und Romantik schafft Rose ebenfalls den schwierigen Spagat zwischen Liebesliedern und einem ordentlichen Groove. Ein „Drowning In A Sea Of Love“ ist keine schnulzige Ballade, sondern ein ehrlich heißblütiges Statement. Aber auch die wirklich ruhigen Momente des Albums kommen als gelegene Abwechslung daher. Verzerrte Gitarrentöne in „Dark End Of The Street“ bringen klares 80er-Flair an den Tag und dank der üblichen Eruptionen seitens der Gitarre in einem „Let's Straighten it Out“ sind diese Stücke keinesfalls als zahnlos zu betrachten.

Natürlich kann man nicht erwarten, dass der Hörer nie Dagewesenes oder nur Meisterwerke in den Gehörgang serviert bekommt. Redet man im Fall des neuen Albums „Double Life“ jedoch von schwachen Titeln, dann ist damit immer noch Qualitätsware gemeint. „Crazy About You“ und „Ball And Chain“ arbeiten stringent und weniger mitreißend als der meiste Rest des Albums, doch es handelt sich immer noch um gut gestrickte Rock- und Blueskost. Paul Rose ist seinem Genre viel zu verbunden, als dass er nur halbgare Töne abliefern könnte.

Am Ende stehen so viele tolle Erinnerungen und Argumente für ein Genre, das auch heute noch musikalische Feingeister mitreißen kann. Da können die angesagten DJs die Bässe noch so weit aufdrehen, die groovigen Lines in einem „Just A Little Bit“ gehen auch weiterhin mindestens genauso gut in Herz und Hirn über. Auch dank Daft Punks kürzlich erschienenem Kniefall vor der Vergangenheit hat Rose gute Aussichten, dass Hörer aller Altersklasse zu seiner Musik ihre Glieder in Bewegung bringen werden.

Anspieltipps:

  • Cold Sweat
  • Drowning In A Sea Of Love
  • Dark End Of The Street

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