Siriusmo - Enthusiast - Cover
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Siriusmo Enthusiast


  • Label: Monkeytown/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Und so stieg Siriusmo vom Olymp der Electro-Götter herab, um mit uns „Tränen Aus Bier“ zu weinen...

Siriusmo kennt man auch im Jahr 2013 noch nicht. Von dem Produzenten gibt es keine Poster in Magazinen und sein hervorragendes „Mosaik“ verkaufte sich nur in begrenzter Anzahl. Das Lob von Kritikerseite und der Spaß an der Sache selbst haben allerdings ausgereicht, sodass Siriusmo in den letzten zwei Jahren wieder an eigenem Material bastelte. Der Mann mit einem Gespür für Melodien, die interessant, tanzbar und originell zugleich sind und dabei federleicht den Stil wechseln können, weckt natürlich abermals große Erwartungen.

Und Siriusmo weiß zu liefern. Schräge, aber unglaublich eingängige Klangcollagen ergießen sich im Opener „Doctor Beak“, und der „Congratulator“ ist ein offenkundiger Wink an Daft Punks Liebe zum Funk. Zusammen mit „Itchy“ und besonders „Stinky Wig“ ergibt sich ein hübsches Paket für jene, die auf Einflüsse des Kult-Duos stehen. Ansonsten schafft das Album allerdings wenig Eigenes und überzeugt mit „Liu“, „Rantanplant“ und „Leftovers“ zwar durchgehend, reißt aber gleichzeitig niemanden vom Hocker.

Hinzu kommt, dass sich auf „Enthusiast“ auch echte Schwächen verbergen. „Cornerboy“ und „Plastic Hips“ verpassen die Abzweigung Richtung cool und wirken hektisch und nervig. Besonders der gewählte Gesang/Rap gehört zu den schwächeren Vertretern der Zunft. Auch das an und für sich ansprechende „Petit Cochon“ wird durch sehr viel Stereotyp in der lasziv französisch sprechenden Frauenstimme in seiner Qualität gedrosselt. Dazu nehme man noch das eher durchschnittliche „Tränen aus Bier“ und das nervtötend blödelnd wirkende „Wattislosmitmir“ - fertig sind genug Gründe, warum „Enthusiast“ eben nicht allzu viel Enthusiasmus im Voraus verdient.

Man fühlt sich als Hörer ein wenig wie bei der Ernte im eigenen Garten. Alles wurde unter kontrolliertem und gutem Auge produziert, aber es gibt eben immer ein paar matschige, überreife oder eben noch unreife Früchte. Pickt man sich die Highlights der Scheibe heraus, weiß man genau, warum man sich gerne blind für Siriusmo entscheidet. Dass die Ausbeute diesmal doch sehr gering ausfällt, macht jedoch auch deutlich, dass das neue Album nicht die Platte ist, die nach „Mosaik“ erwartet wurde.

Anspieltipps:

  • Doctor Beak
  • Congratulator
  • Stinky Wig

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