Andrew Stockdale - Keep Moving - Cover
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Andrew Stockdale Keep Moving


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Wolfsmother-Vorsteher, diesmal ohne den Namen Wolfsmother auf dem Cover.

Andrew Stockdale (36) ist das immer leicht despotisch rübergekommene Mastermind der aufgelösten Band Wolfmother, deren einziges festes Mitglied er war. Nachdem der Australier mit Wolfmother lediglich zwei Alben in zehn Jahren auf die Kette bekommen hat, erscheint das als drittes, für eine Veröffentlichung Anfang des Jahres 2012 geplante Wolfmother-Werk „Keep Moving“ nun (endlich) als Soloalbum. Dass das letzte Wolfmother-Line-up dabei mit den Musikern auf „Keep Moving“ identisch ist – who cares?

Neben Jack White (The Raconteurs, The White Stripes, The Dead Weather) wuchert wohl niemand mehr mit im Blues und Hardrock verwurzelten Gitarrenriffs wie Herr Stockdale. Und so ist bereits der Opener „Long way to go“ ein wahres Freudenfest in Sachen Atmosphäre, Gitarren- und Orgelriffs sowie Stockdales sirenenartigem Geheule. Doch wer glaubt, der 36-Jährige hätte nach diesen fünf Minuten bereits seine Munition verschossen, hat die Rechnung ohne den egozentrischen Rudelführer gemacht: 17 Songs in 73 Minuten, die über einen Zeitraum von drei Jahren an den unterschiedlichsten Orten der Welt entstanden sind, prasseln fast ohne Unterlass auf den Hörer ein – kein Wunder, bei der langen Spielzeit und kaum vorhandenem, ruhigeren Songmaterial.

Mit einem Albumtitel frei nach Oliver Kahn und einer stilistischen Bandbreite, die sich hauptsächlich an der Rockmusik der späten 60er und 70er Jahre bedient, rumpeln und scheppern Stockdale und Co. mit Verweisen an Classic Rock („Somebody’s calling“), Led Zeppelin („Meridian“), Iron Maiden (das Solo in „Meridian“!), Deep Purple („Vicarious“), Queens Of The Stone Age („Year of the dragon“) und The Black Crowes („Let somebody love you“) durch ein energiegeladenes Song-Paket, das nur im Mittelteil mit dem glückseligen „Ghetto“ und dem ein wenig zu bemüht lärmenden „Of the earth“ etwas uninspiriert wirkt.

Unterm Strich ist Andrew Stockdale ein gutes Solodebüt gelungen, das dauerhaft zwar nicht an die genialen Momente der Wolfmother-Alben heranreicht und mit 73 Minuten Spieldauer auch etwas zu sehr ausfranst, aber immer noch weit mehr als die übliche Rock-Hausmannskost darstellt.

Anspieltipps:

  • Let it go
  • Long way to go
  • It occurred to me
  • Year oft he dragon
  • Standing on the corner

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