The Moody Blues - Threshold Of A Dream: Live At The Isle Of Wight Festival 1970 - Cover
Große Ansicht

The Moody Blues Threshold Of A Dream: Live At The Isle Of Wight Festival 1970


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 79 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Moodys auf'm Isle Of Wight – nur eine von vielen legendären Geschichten des Festivals.

„Hier war alles voller Menschen, die sich die Musik aus Anlagen anhörten, die heute eindeutig veraltet wären, aber sie hörten Musik, die einfach zeitlos ist und immer weiterleben wird.“, sagt John Lodge, der Bassist von The Moody Blues, und soll wohl Recht behalten. Jene The Moody Blues an dieser Stelle genauer vorzustellen, wäre unnötig und käme der Blasphemie nahe. Die Früh-Progger, die mit ihrem „Nights In White Satin“ auf jeder Kuschel-Kompilation einen festen Platz für sich beanspruchen können, haben dem Progressive Rock neben Kombos wie Gentle Giant, Genesis oder King Crimson definitiv einen eigenen Stempel aufdrücken können. Gerade das sieht, hört und spürt man auf ihrem Konzertmitschnitt „Threshold Of A Dream - Live At The Isle Of Wight Festival 1970“ zu jeder Sekunde. Alles ist frisch, neu, spannend und mit einer schlicht und ergreifend einzigartigen Atmosphäre gekoppelt.

Der etwa 45-minütige Gig wurde am vierten und somit vorletzten Tag des Isle Of Wight Festivals 1970 aufgenommen und erscheint nun als komplett überarbeitete Version. Dabei wurde weniger auf The Moody Blues selbst, als vielmehr auf das Einfangen der Festivalatmosphäre geachtet. Das zu Anfang des Jahrtausends reanimierte Isle Of Wight Festival stellt in seiner dritten Ausführung eines der legendärsten Open Airs aller Zeiten dar und ist vielleicht das einzige Festival, welches die Nachfolge Woodstocks hat antreten können. Neben The Moody Blues traten The Who, The Doors, Jimi Hendrix, Jethro Tull oder Procol Harum auf - um nur einige wenige zu nennen. Dementsprechend regieren hier ein etwa 600 000 Köpfe zählendes, begeistertes Publikum und ein dementsprechender Vibe. Der damals schon große Hit „Nights In White Satin“ wird am meisten begrüßt und bekommt durch die den Atem anhaltende Zuschauermeute sowie den mittlerweile eingesetzten Sonnenuntergang eine ganz eigene Magie. Keyboarder Mike Pinder demonstriert live die damals noch neue Mellotron-Technologie, welche als „Orchester aus der Dose“ in den Händen dieses Mannes erstaunlich klingt und besonders die orchestralen und anspruchsvollen Kompositionen des Klassiker-Albums „Days Of Future Past“ (1967) eins zu eins reproduzieren kann.

Immer wieder melden sich die Mitglieder der Band heute zu Wort und kommentieren die Erlebnisse von damals. Footage-Aufnahmen komplettieren diese Ausführungen. Somit ist „Threshold Of A Dream - Live At The Isle Of Wight Festival 1970“ kein normaler Konzertmitschnitt geworden, sondern überschreitet die Grenze zur Dokumentation mehrmals. Dies mag jeder sehen wie er möchte. Einige werden sich darüber ärgern, dass der eigentliche Auftritt durch die eingeblendeten Interviews anfangs immer wieder unterbrochen wird und daher nur schleppend beginnt. Andere freuen sich darüber, dass The Moody Blues ihr Konzert klar und deutlich als Zeitzeugendokument einsetzen und dem Festival die eigentliche Rolle des Protagonisten zukommen lassen - wenn auch nur am Rande. Als Alternative liegt jedenfalls eine Audio-CD bei, die es dann doch noch ermöglicht, den Auftritt in einem Rutsch zu genießen.

Anspieltipps:

  • Tuesday Afternoon
  • The Sunset
  • Melancholy Man
  • Nights In White Satin

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
Diskutiere über „The Moody Blues“
comments powered by Disqus