James Skelly & The Intenders - Love Undercover - Cover
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James Skelly & The Intenders Love Undercover


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz natürlich im Sinne alter Rockgrößen wie Creedence Clearwater Revival spielt James Skelly Rock herauf und herunter.

Ein bisschen Glamour der späten 60er-Jahre gefällig? Die Einfachheit der Musik, die sich in vielen Bereichen noch auf Instrumente und nicht auf Computer verließ, präsentiert James Skelly zusammen mit den Intenders auf „Love Undercover“ so konsequent, dass man fast schon von einer Zeitreise sprechen möchte. Tamburin, Mundharmonika und Basslines aus der Vergangenheit ausgepackt und fertig ist ein authentischer Blick auf die Musik von vor einigen Jahrzehnten.

Dabei ist es Skelly und seiner Band nicht so wichtig, den Finger auf Größen von damals zu weisen, sondern vielmehr diese Musik als eigenes Konstrukt zu verarbeiten. Kühle Rocker wie „Do It Again“ und Soul-Rock im romantischen „Here For You“ sind schnell kein bloßes Merkmal der Band, sondern tatsächlich der Kern ihrer Musik. Souverän und gekonnt vorgetragene Stücke wie von anno dazumal der Marke „You And I“ und der Morrichone-Kniefall „I'm A Man“ machen deutlich, dass die Band dieses Handwerk versteht.

Neben der außerordentlich gut und konsequent verfolgten Richtung muss man allerdings auch darauf hinweisen, dass gerade moderne Ohren nur schwer Lieder des Albums in sich behalten werden. Der Wink in Richtung Vergangenheit bringt eher Creedence Clearwater Revival und ELO in den Kopf des Hörers und die guten Stücke des Albums selbst setzen sich dagegen kaum im Kopf fest. Das schmälert die Qualität der Lieder nicht unbedingt, doch ohne echte Hitsingles und Ohrwürmer fällt es „Love Undercover“ schwer, den Hörer an sich zu binden.

Dieses Gejammer auf hohem Niveau weist allerdings auch darauf hin, dass das Album keinerlei Schwächen aufweist und sich schlicht auf gutem Niveau ohne besondere Höhen präsentiert. „Love Undercover“ lässt schnell von einem Lied aufs andere schließen und ist eine sichere Wette, wenn man im Vornherein nur ein paar Lieder kennt. Nicht zu detailverliebt und ohne falsche Radiofreundlichkeit, sondern immer im Rahmen des eigenen Projekts bewegt sich dieses Album und weiß zu gefallen. Jetzt muss Skelly nur noch lernen, hier und da richtig zu begeistern und fertig ist ein Retter des Retro.

Anspieltipps:

  • You've Got It All
  • Do It Again
  • I'm A Man

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