Dio - Finding The Sacred Heart: Live In Phily 1986 - Cover
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Dio Finding The Sacred Heart: Live In Phily 1986


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 143 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit unglaublicher Spielfreude, Energie und Opulenz steht dieses Live-Dokument stellvertretend dafür, welch eine Herzensangelegenheit Dios Musik war.

Posthum veröffentlichte Alben, Kompilationen oder Livemitschnitte zahlen sich besonders dann aus, wenn der verstorbene Künstler mehr und mehr bewusst auf den Rang einer Legende erhoben wird. Bei Ronnie James Dio ist das nicht anders als bei Michael Jackson oder Johnny Cash - auch er war Zeit seines Lebens eine Koryphäe und zählt zu Recht zu den schillerndsten, beliebtesten und meistrespektierten Persönlichkeiten der Metal-Szene. Nachdem diverse Künstler oder Labels Kompilationen oder Tribut-Alben veröffentlicht haben, hat sich der Veröffentlichungswahn rund um den Metal-Gott wieder ein wenig beruhigt. Dennoch erscheint in unregelmäßigen Abständen immer noch neues Material - manches gut, manches weniger. Neben dem großartigen Open-Air-Dokument „At Donington UK: Live 1983 & 1987“, ist das am 17. Juni 1986 aufgenommene „Finding The Sacred Heart: Live In Philly 1986“ das bisher vielleicht beste Live-Album, welches nach dem Tod von Ronnie James veröffentlicht wurde. Das im The Spectrum, Philadelphia, aufgenommene Konzert erschien bereits auf VHS und DVD, allerdings unvollständig und mit falscher Songreihenfolge. Endlich erbarmt man sich daher nun und bietet den Anhängern Dios das ultimative Konzerterlebnis. Und dieses weiß zu begeistern.

Der Zuschauer bekommt einen Auftritt von Dio und seiner Band zu sehen und zu hören, der von vorne bis hinten stimmt! Dio beweist hier eindrucksvoll, dass er definitiv einer der besten Sänger und Entertainer war, die es im Metal jemals gegeben hat. Mit seiner freundlichen Art gewinnt er die Herzen der Zuschauer, seine ungeheure Nähe zu den Fans und die Begabung, jedem in der Halle die Illusion zu geben, er würde nur für ihn ganz alleine spielen, sind Fähigkeiten, die man bei anderen Stars seines Kalibers nur allzu oft vermisst. Ebenso interpretiert er seine Songs so, dass sie auch für Kenner des Studiomaterials immer noch interessant und neu erscheinen. Hier muss niemand erwarten, dass das Programm einfach nur runtergerattert würde - Dio und seine Band zelebrieren ihren Auftritt regelrecht und stecken das Publikum mit ihrer Spielfreude jederzeit an. Der Höhepunkt ist spätestens dann erreicht, wenn der Black Sabbath-Klassiker „Heaven And Hell“ ordentlich einheizt und jener Song mit schier wahnsinnigen Drum-, Keyboard- und Gitarrensoli zusätzlich erweitert wird. Das ebenfalls im Zentrum stehende „Sacred Heart“, alte Hits wie „Rainbow In The Dark“ oder die zwei Medleys, die selbstverständlich Evergreens wie „Holy Diver“ oder „Man On The Silver Mountain“ beinhalten, halten diese Qualität natürlich locker. Durch das opulente Bühnenbild und bombastische Effekte ist zudem ein echter Schauwert garantiert: „Dean“ - der feuerspuckende Drache, ein komplettes Schloss mir Zugbrücken und Rittern, Lasershows, eine riesige Glaskugel oder Lichtschwerter machen den Auftritt zu dem Spektakel, welches Ronnie James Zeit seines Lebens so liebte und den Fans präsentieren wollte.

„Finding The Sacred Heart: Live In Philly 1986“ erscheint als Blu-Ray, DVD und Doppel-CD. Die hier besprochene Blu-Ray erscheint wie auch die anderen Versionen mit komplett remastertem Sound und Bild. Mit einer heutigen High-Class-Konzertaufnahme kann sich die Restauration des 16mm-Films natürlich nicht messen. Dennoch kann sich das gute Stück definitiv sehen lassen und ist keinesfalls ein qualitativ ungenügender Zusatz in Form einer teureren Blu-Ray. Lediglich das Bonusmaterial (zwei Interviews, ein Featurette, das Musikvideo von „Rock 'n' Roll Children“ sowie zusätzliches Footage) ist in schlechterer Qualität vorhanden. In Anbetracht der beinahe perfekten Dio-Show ist das aber zu verschmerzen. Im Zuge des Veröffentlichungs-Zyklus ist „Finding The Sacred Heart: Live In Philly 1986“ ohne Frage ein Konzert-Mitschnitt, welcher den Begriff Must-Have redlich verdient hat. Besser war diese Band selten und lässt den Verlust Dios trotz oder gerade wegen dieser Tatsache noch einmal besonders schmerzhaft erscheinen.

Anspieltipps:

  • Medley: The Last In Line / Children Of The Sea / Holy Diver / The Last In Line (Reprise)
  • Drum Solo
  • Heaven And Hell
  • Keyboard Solo
  • Guitar Solo
  • Sacred Heart
  • Rainbow In The Dark

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