KT Tunstall - Invisible Empire // Crescent Moon - Cover
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KT Tunstall Invisible Empire // Crescent Moon


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein sparsam instrumentierter Seelenstrip außerhalb KT Tunstalls bisherigen musikalischen Wirkungskreises.

Mit „Invisible Empire // Crescent Moon” legt die schottische Songwriterin KT Tunstall ihre viertes reguläres Studioalbum innerhalb von neun Jahren vor und setzt darauf ihre künstlerische Metamorphose konsequent fort. Denn der ursprünglich von Rockmusik geprägte Songwriter-Pop nimmt auf dem aktuellen Album eine erneute Wendung ein. Cover und Booklet deuten dies bereits an, indem sie KT Tunstall mit Cowboyhut inmitten einer Wüstenlandschaft zeigen. Und in der Tat ist „Invisible Empire // Crescent Moon” eine fast schon düstere, aber auf jeden Fall sehr melancholische Platte geworden, die mit US-amerikanischer Country- und Folkmusik liebäugelt, für die bis zum heutigen Tag wohl niemand zu einem Album von KT Tunstall gegriffen hätte.

„Invisible Empire // Crescent Moon” ist ein Longplayer, der auf den Einsatz eines Drum Kits fast vollkommen verzichten kann. Auch für elektrische Gitarren gilt weitgehend das gleiche: Fehlanzeige! Diese werden durch spartanische Streicher, akustische Gitarren, zarte Perkussion und Pianoklänge ersetzt, welche die intime Atmosphäre verstärken. Tauchen doch mal elektrische Gitarren auf, bauen diese Gitarrenlandschaften im Stil von Neil Young vor dem Hörer auf („Feel it all“, „No better shoulder“).

Von alldem erahnt der Hörer am Anfang des Albums nichts, wenn sich das eröffnende „Invisible empire“ mit einer zerbrechlich-schönen Melodie heranschleicht. Doch wenn es in „Made of glass“ im Stil von „Ennio Morricone meets Katie Melua“ weitergeht und auch „How you kill me“ keine Anstalten macht, den Ritt durch die staubigen Wüsten Amerikas zu beenden, sollte jedem klar sein, dass „Invisible Empire // Crescent Moon” wirklich auf unbeirrte Weise anders ist und den Hörer in eine fesselnde Stimmung aus Schwermütigkeit und Schmerzverarbeitung mitnimmt.

Wir wissen nicht, was passiert ist, dass KT Tunstall eine Platte dieser Art aufgenommen hat. Wir dürfen allerdings erleben, was die 38-Jährige auf künstlerischer Ebene daraus gemacht hat: Einen sparsam instrumentierten Seelenstrip außerhalb ihres bisherigen musikalischen Wirkungskreises, der genau aus diesen neuen Facetten seine Spannung bezieht.

Anspieltipps:

  • Feel it all
  • Yellow flower
  • Invisible empire
  • No better shoulder
  • Waiting on the heart

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